Der Bart im Rampenlicht

Es gibt Situationen, in denen steht ein Mann im Mittelpunkt. Die Teilnahme bei den olympischen Spielen, einem großen Fußballturnier, oder ein Auftritt im Fernsehen, sind Situationen, in denen zwar nicht alle, aber viele Augen auf jemandem ruhen. Eine Situation, die auch den größten Styling-muffel einmal darüber nachdenken lässt, wie er aussehen möchte. Sieht man sich die Spieler, etwa bei der Fußball-WM an, dann fällt auf, dass es für viele nicht nur darum geht, mit ihren spielerischen Fähigkeiten aufzufallen. Manch ein Superstar überrascht mit immer neuen Frisuren. Eine Strategie, von der man durchaus etwas für den Alltag lernen kann.

Die Bühne des Lebens

Die wenigsten von uns laufen in ein Stadion ein, um sich dem tobenden Publikum zu präsentieren. Auch im Fernsehen sieht man uns in den seltensten Fällen und rote Teppiche beschreiten wir genauso wenig. Wir stehen allgemein nicht oft auf Bühnen und im Rampenlicht. Allerdings gibt es, abseits der großen und bekannten Bühnen, noch viel mehr Gelegenheiten, sich zu präsentieren. Wer sein Leben als Einsiedler in den eigenen vier Wänden verbringt, der hat wenig Gelegenheit, einen Eindruck zu hinterlassen. Alle anderen bewegen sich die meiste Zeit in der Öffentlichkeit. Ob wir auf der Straße entlang laufen, im Auto im Stau stehen, oder im Büro zwischen den Kollegen sitzen – wir werden gesehen. Dabei gibt es mehrere Ebenen der Wahrnehmung. Torkelt man mit zerzaustem Bart und verschlafenen Augen Sonntag Nachmittag aus dem Schlafzimmer, dann darf man sich darauf verlassen, dass die Mitbewohnerin uns nicht nüchtern betrachtet. Bestenfalls leicht verklärt mit rosaroter Brille, aber zumindest nicht isoliert, sondern im Kontext unserer komplexen Persönlichkeit, der zahlreichen Beziehungsebenen, sowie einer Mischung aus Erinnerung, Vertrautheit und Idealisierung blickt sie auf uns. Wir werden vom vertrauten Menschen anders wahrgenommen, als von einem Wildfremden.

Erster Eindruck

Der Grund dafür ist, dass wir mehr sind, als unsere Optik. Allerdings klappt das nur, wenn man uns kennt. Sind wir nur oberflächlich, oder garnicht bekannt, dann gibt es für die Wahrnehmung wenig mehr, als das was der, oder die Fremde sieht. Jetzt scheiden sich natürlich die Geister. Auf der einen Seite stellt sich die Frage, warum man sich denn bemühen sollte, Fremden zu gefallen. Vor allem, wenn man weiß, dass Menschen, die einen bereits näher kennen, uns toll finden, scheint die Mühe nicht zu lohnen. Schließlich macht die Optik ja nur einen kleinen Teil unserer vielschichtigen Persönlichkeit aus und wir wollen nicht darauf reduziert werden. Auf der anderen Seite ist es uns dann doch nicht egal, was andere von uns denken. Konkret hat es keinerlei Auswirkung auf uns, wenn wir in der Bahn sitzen, wie wir aus dem Bett gestiegen sind und sich die gesamte Fahrgemeinschaft geschlossen dieses unvorteilhafte Bild von uns macht. Trotzdem ist es uns unangenehm.

Feedback

Hat man es geschafft, dass einen die Meinung anderer nicht interessiert, dann ist das eine tolle Leistung. Tatsächlich gibt es unzählige Ratgeber, die genau das vermitteln wollen. In der Realität sieht es aber anders aus. Wir brauchen Feedback. Wir wollen unsere Leistung beurteilt haben. Stell Dir vor, Du schreibst einen Test und bekommst keinerlei feedback. Genauso erwarten wir, dass unser Umfeld auf uns reagiert. Je nachdem, wie sich unser Tag gestaltet, haben wie unzählige kurze Augenkontakte. Klar kann man auch betreten auf den Boden starren. Normalerweise suchen wir aber die Blicke der anderen. Ein Lächeln, oder ein freundlicher Blick sind viel wert. Wir begeben uns als also Tag für Tag auf die Suche nach Feedback. Frauen sind darin wahre Meisterinnen. Viele von ihnen stylen sich stundenlang, nur um mal eben einkaufen zu gehen. So weit muss man natürlich nicht gehen und auch die ausgefallenen Frisuren der Fussballer muss man nicht unbedingt tragen um aufzufallen. Trotzdem sollte man auf sein äußeres achten und sich selbst, aber auch seinen Bart ordentlich pflegen.

Blickfang

Es hängt natürlich sehr stark davon ab, wie und wo man seinen Tag verbringt. Arbeitet man in der Altenpflege, oder in der Notaufnahme, dann wird man nicht so häufig mit Menschen konfrontiert, die viel Zeit in ihre Erscheinung aufwenden. Zumindest was die Patienten, oder Klienten betrifft. Es ist allerdings schon ausreichend, wenn man den Weg zur Arbeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegt. Es gibt da im Bus, oder der Bahn ganz unterschiedliche Menschen. Unweigerlich nimmt man die meisten davon wahr. Die meisten erregen unser Interesse kaum. Allerdings gibt es zwei Gruppen, die wir länger betrachten. Die eine Gruppe sind diejenigen, die einfach gut aussehen. Menschen die uns optisch ansprechen, sympathisch wirken und sorgfältig gestylt sind. Das heißt nicht, dass sie Highheels und 300 Gramm Make-Up tragen müssen. Auch ungeschminkt und in Turnschuhen kann ein weibliches Wesen gut aussehen und unsere Blicke anziehen. Dahinter steckt meist aber auch ein Mindestmaß an Aufwand, natürliches Make-Up, ein begabter Friseur und ausreichend Zeit für die Auswahl der Garderobe und die Aufbereitung vor dem heimischen Spiegel. Die zweite Gruppe, die unsere Blicke fesselt, ist weniger erfreulich. Es sind die Leute, die es geschafft haben, dass es ihnen augenscheinlich komplett egal ist, was andere denken, sehen, oder riechen. Ein Zeichen für eine unabhängigen Menschen. Das muss er aber auch sein, denn Freunde findet man so nur schwer.

Körper- und Bartpflege

Auch wir treffen Tag für Tag eine Entscheidung. Wie wollen wir aussehen? Wie soll uns unser Umfeld wahrnehmen. Der Bart ist ein erster und wichtiger Schritt um sich von der Gruppe der durchschnittlichen Menschen abzuheben. Allerdings ist auch mit Bart keine Garantie dafür, dass man automatisch in die sympathische Gruppe wandert. Wer bei der Bartpflege Zeit spart, der kann sich auch rasch als wenig erfreulicher Anblick in der S-Bahn wiederfinden. Erfreuliche kurze Blickkontakte viel positives Feedback und damit auch positive Energie für den Tag kann aber genauso mit seinem Bart erreichen. Ein Mindestmaß an Körperpflege, Sauberkeit, ein regelmäßiger Besuch beim Barbier und überschaubare Investitionen in das eigene Outfit sind ausreichend um von den Mitmenschen als positiv wahrgenommen zu werden. Das mag im öffentlichen Verkehrsmittel tatsächlich zweitrangig sein. Im beruflichen Alltag ist ein positiver Eindruck allerdings sehr wichtig. Also pflege Deinen Bart und sorge für eine lupenreine Optik. Es zahlt sich aus.

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