Nervenkitzel? Denk an den Bart!

Es gibt sie, die Menschen, denen Fußball komplett egal ist. Taucht beim Zappen ein Match auf, wird hysterisch weitergeschalten und oft klares Desinteresse zur Schau gestellt. Selbst solche Zeitgenossen lassen sich, spätestens, wenn die Vorrunden zu Ende gehen und die Paarungen für die Achtelfinale ausgespielt sind bei der Fußball-WM in den Bann des Sports ziehen. Man muss ich ja wirklich nicht alles ansehen, wofür die Fußballverbände Lizenzen verkaufen, aber wenn die besten Nationalmannschaften der Welt tagtäglich auflaufen, dann macht ein wenig public, oder private Viewing Sinn. Das Problem dabei und in vielen anderen Situationen im Leben, ist der Nervernkitzel.

Stress

Die Natur hat es gut mit uns gemeint. Stress ist, zumindest in der Grundidee, eine tolle Sache. Schnurrt ein Säbelzahntiger im Gebüsch, dann ist es schon ein Vorteil, wenn unser Körper auf Alarmbereitschaft umschaltet, das Großhirn wie Hauptfeuerwehrmann Steele zum Fernschreiber stürzt und den großen roten Knopf drückt und die Hormone ausrücken, wie Feuerwehrmann Sam, der wieder einmal Pontypandy vor dem sicheren Untergang retten muss. Glucocorticoide werden ausgeschüttet und stellen Energie zur Verfügung und das Adrenalin schaltet alle Energie auf den Bewegungsapparat.

Die Chancen dem Säbelzahntiger zu entkommen steigen so natürlich und ist er doch schneller, dann bekommt er wenigstens noch ein paar aufs Maul, bevor wir zum Hauptgang beim Tigerbrunch werden. Dass der Säbelzahntiger ausgestorben ist, ist eigentlich ganz erfreulich und auch viele andere Gefahren, die vor ein paar Tausend Jahren noch hinter jedem Baum gelauert haben, kann man sich heute im Zoo, oder dem Museum ansehen. Statt den Stress aber auch in Rente zu schicken haben wir uns entschieden die fehlenden Gefahren und den ausbleibenden Nervenkitzel beim morgendlichen Brötchenholen durch Bungeeseile, intensive Erwerbstätigkeit und nicht zuletzt Fußball zu ersetzen.

Fehlalarm

Nun ja, da sitzen wir also nichtsahnend vor der WM und sehen zu, wie die eigene Mannschaft sich bemüht Tore zu schießen. Eigentlich kann uns das ja relativ egal sein, wenn da 10 erwachsene Männer einem Ball nachlaufen und der elfte darauf wartet, dass jemand auf ihn schießt, aber irgendwie sind wir mit dem Zusehen alleine bereits ziemlich gefordert. Dazu muss man nicht unbedingt sein letzte Hemd auf Sieg gesetzt haben. Es reicht schon aus, wenn man Sympathien für eine Mannschaft hegt. Sei es Nationalstolz, Gruppenzwang, eine unerklärliche Faszination, die Fußball ausüben kann, oder ein wenig Mitleid – Unser Körper macht wenig Unterschied zwischen Laola Welle und Todeskampf.

Stress ist Stress und Hormone sind Hormone. Wer hauptberuflich nicht russischer Hooligan ist, der muss die plötzlich unerwartete Energie, den hohen Blutdruck und die stark durchbluteten Muskeln anders abbauen, als mit Kampf, oder Flucht. Gegen Fernseher, oder Mitbewohner zu treten ist nicht gesellschaftsfähig und auf Dauer recht teuer. Es bleiben also andere Handlungen um den Druck anzubauen und den Stress zu kompensieren.

Der Bart ruft

Da hängt der Bart nichtsahnend in seiner ganzen Pracht am Kinn und plötzlich packt ihn eine gestresste Hand. Die Faust umschließt das geschmeidige Barthaar und streicht ihn nach unten aus. Je nach Stand und Betroffenheit kann der Griff dabei fester, oder weniger fest ausfallen. Ist die Faust nach dem Griff in den Bart leicht behaart und war es vorher nicht, dann wurde offensichtlich zu viel Energie aufgewendet. Gut für den Stressabbau. Schlecht für den Bart.

Es braucht also Alternativen. Weil nun mal nichts an den Bart und seine beruhigende Wirkung auf unsere Pfoten geht, würde es naheliegen, einen bärtigen Kumpel zur Hand zu nehmen. Aus unserer Sicht eine tolle Alternative. Nur wird es schwer jemanden zu finden, der sich dafür zur Verfügung stellt. Hat man trotzdem einen Freiwilligen gefunden muss man sich aber absprechen, wann der Bartträger selbst zum Bart fassen darf und wann man selbst am Leihbart zieht.  Es braucht also einen Ersatzbart um den Nervenkitzel zu ertragen.

Ersatzbart zum Stressabbau

Der Bartwuchs und die Bartpflege verbraucht viel Zeit und Energie. Den Bart daher für banale, wenn auch naheliegende Aufgaben zu missbrauchen, sollte man sich zweimal überlegen. Geht es um das Thema Beruhigung, dann gibt es ein breites Angebot an Ersatzprodukten, die den Bart schonen und einen ganz ähnlichen Effekt haben um den Nervenkitzel abzuleiten.

Der Troll

Der aus dem letzten Jahrtausend bekannte Troll ist beispielsweise eine gute Variante. Die Teile sind günstig, man kann ihnen nach Belieben an den Haaren ziehen und bei Bedarf kann man die kleinen Kerle auch an die Wand werfen.

Der falsche Bart

Wer die Variante mit dem bärtigen Kumpel nicht umsetzen will, oder kann, der kann die Mitbewohnerin mit einem solchen falschen Bart ausstatten. Nicht nur, dass die damit evtl. besser aussieht, man kann auch beherzt zupacken, wenn das Adrenalin einschließt. So wird niemand verletzt und alle haben während dem Match ein wenig Nervenkitzel.

Rescue Globuli

Die Wunder der Pharmazie können dem Nervenkitzel ein jähes Ende setzen und ehe man es sich versieht sitzt man verträumt lächelnd und leicht sabbernd vor dem tollsten Match. Damit das nicht passiert bieten sich Naturpräparate, Homöopathie und Bachblüten an. Da kann man auch beherzt zugreifen, wenn die Chips alle sind, ohne Nebenwirkungen zu befürchten. In erster Linie können Rescue Globuli aber Stress reduzieren und Deinen Bart retten.

Bartschutz

Neben der Kompensation mit Utensilien, die vom eigenen Bart ablenken, gibt es auch die Strategie den Zugriff zum Bart zu unterbinden. Wer beim Match gerne knabbert und auch mal ein Erfrischungsgetränk konsumiert, der sollte eine andere Variante wählen. Alle anderen haben die Möglichkeit den Bart kurzerhand zu verstecken. Die gestresste Hand muss dann woanders den Nervenkitzel abreagieren.

Stressball

Der Klassiker unter den Bartschonern während Fussballturnieren ist und bleibt der Stressball. In Varianten, in denen der Ball mit Glibber gefüllt ist, der sich beim Quetschen durch die Finger presst bis zum Klassiker aus Schaumstoff gibt es ihn in zahlreichen Varianten.

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