Schinken-Käse Toast und der Bart

Selbst ist der Mann, wenn er muss und essen muss der Mensch. Essen hält Körper und Seele zusammen und etwas Warmes braucht der Magen. Dem Vollbart und speziell dem Moustache wird ja nachgesagt, dass er beim Essen stört. Das mag sein, wenn man gerne sein Essen mit Sahnehäubchen und sein Getränk mit Schaum mag. Oft ist der Bart aber ein großer Vorteil, was ich heute am Beispiel Schinken-Käse Toast darlegen möchte.

warmes Brötchen

Wikipedia weiß viel und eine dieser Informationen habe ich mir dort angeeignet um sie Euch hier zu präsentieren. Toastbrot ist ein feinporiges Kastenweißbrot mit dünner Kruste. So kennen und lieben wir es und wenn der kleine Hunger kommt und das Personal gerade frei hat, dann muss der Plattengriller ran. Die Zubereitung des klassischen Schinken-Käse Toast ist dank des überschaubaren Rezepts sogar dem küchentechnischen Laien möglich. Für alle, deren Personal nie frei hat, hier das Rezept:

Man benötigt zwei Scheiben Toastbrot, eine Scheibe Schinken, zwei Scheiben Käse, und etwas Butter. In der Vorbereitung werden die Zutaten übereinander gestapelt. Die Reihenfolge sollte dabei wie folgt sein: Toastbrot, etwas Butter, Käse, Schinken, Käse, etwas Butter, Toastbroat. Beim Stapeln ist es egal, ob man von oben, oder von unten beginnt. Man sollte lediglich darauf achten, dass Butter, Käse und Schinken nicht zu weit überstehen und alles möglichst übereinander liegt. Ist der Stapel fertig wird er in den Plattengrill gelegt. Dort bleibt er, je nach Leistungsfähigkeit des Grills bis zu 5 Minuten und kann dabei nach 2,5 Mintuten einmal gewendet und um 90° gedreht werden. Zum Verzehr wird das Ergebnis zusammen mit Ketchup und Majo auf einem Teller lieblos angerichtet und mit den Händen verspeist.

arme Männer Essen

Der Schinken-Käse Toast zeichnet sich durch ein paar Eigenschaften besonders aus. Er enthält die Grundnahrungsmittel Brot, Käse und Wurst, ist warm und innerhalb von Minuten zubereitet. Wie Pizza, oder anderes Fast-Food kann man ihn auch kalt genießen. Eine Hauswirtschaftsausbildung ist für die virtuose Zubereitung genauso notwendig wie eine Küche. Man braucht einen Plattengrill und etwas Platz. Soweit so gut, aber der Schinken-Käse Toast hat einen Nachteil. Physikalisch hat der Schinken-Käse Toast nämlich einen Konstruktionsfehler eingebaut, der auf veränderte Reibung in unterschiedlichen Aggregatzuständen basiert. Trocken problemlos konsumierbar wird der Schinken-Käse-Toast zur schmerzhaften Erfahrung.

Toast Physik

Im Plattengrill passiert im Rahmen des Röstvorgang nämlich etwas mit den Zutaten. Den Anfang macht die Butter, die sich unter der Temperatur, die im Plattengrill vorherrscht aus ihrer festen Form verabschiedet und sich verflüssigt. Die heiße flüssige Butter unterstützt dann den Käse, den wenig später dasselbe Schicksal ereilt. Käse und Butter vebinden sich zuerst miteinander zu einer siedend heißen zähflüssigen Masse und dringen anschließend in das Toastbrot. Auf der rauhen Oberfläche des feinporigen Kastenweißbrots kann die Käse-Butter-Mischung sich gut verankern. Der Schinken-Käse Toast wird in der Zwischenzeit von außen weiter erhitzt und die Rillen in den Plattengrillplatten hinterlassen ein braunes Muster im gerösteten Weißbrot. Es wird langsam, allerdings gibt es eine Zutat, die recht wenig beiträgt und die auf Form, Farbe und Aggregatzustand beharrt.

sturer Schinken

Der Schinken hat gar keine Lust, sich anzupassen. Er tut nur, was sich nicht vermeiden lässt und das ist im Inneren eines heißen Schinken-Käse-Toasts zwischen siedender Käse-Butter-Mischung eine Anpassung der Temperatur. Wäre der Schinken aus Metall, dann würde er glühen. Etwa 300° Celsius entwickelt so ein Plattengrill übrigens. Hat der Schinken, also der Kern des Schinken-Käse Toast diese Temperatur erreicht, dann ist der Toast fertig. Platten auf, Toast raus und nicht lange fackeln. Man will ja schließlich etwas warmes essen, also schlägt man seine Zähne in den 300° heißen Toast.

Beisskraftschwäche

Unsere Schneidezähne sind zwar sehr scharf, aber einen kompletten Schinken-Käse Toast mit einem Biss zu durchtrennen ist fast unmöglich. Es gibt Techniken, das Unterkiefer hin- und herzubewegen um die Nahrung abzusägen, in den meisten Fällen reißen wir unseren Bissen aber aus dem Essen. Nachdem wir jetzt alle Umstände verstanden haben kann ich endlich zum Punkt kommen. Man beißt also voller Freude in den Schinken-Käse Toast. Weil der Toast mit 300° etwas unangenehm an der Lippe ist, sind wir bestrebt die Sache rasch hinter uns zu bringen. Also nichts mit Technik, sondern abreißen. Jetzt kommt der Konstruktionsfehler schmerzhaft zum Tragen!

Die Schinken-Käse Toast Problematik

Die Zähne sind weit genug geschlossen um den Schinken zu fassen, haben ihn aber nicht durchtrennt. Die Finger an Ober- und Unterseite halten den 300° heißen Toast nur sehr vorsichtig. Die Schinkenscheibe liegt zwischen zwei verflüssigten Käsescheiben, die mit flüssiger Butter verdünnt sind. Jetzt versucht man den Schinkenbissen durch Abreissen vom Rest der Scheibe zu trennen und zieht den Toast weg. Wäre heißer Käse mit Butter nicht heiß und aus Käse wäre er ein traumhaftes Gleitmittel. Nichts wäre mehr zu trocken und die Angelegenheit würde nur so flutschen. Was im Bett ganz toll ist, ist im Zusammenhang mit einer glühenden Schinkenscheibe ein Nachteil.

Flutsch und Flatsch

Was jetzt kommt ist nicht nur unangenehm, es ist grausam. Der wegen der Hitze nur notdürftig gehaltene Schinken-Käse Toast wird von den, fast vollständig geschlossenen Kiefern weggezogen. Es kommt, wie es kommen muss und aus Schinken-Käse Toast wird Schinken und  Käse-Toast. Der Schinken, seines Zeichens spiegelglatt, gleitet im Butter-Käse-Gleitmittel wie die sprichwörtliche Butter aus dem Toast. Jetzt kommt der zweite konzeptionelle Fehler. Eine Scheibe Schinken kann man mit den Zähnen nicht waagrecht halten. Der Schinken knickt also unweigerlich an der Unterlippe und legt sich schwunghaft auf das Kinn*. 300° Schinken trifft auf Gesichtshaut. Es gibt wenige Situationen in denen man hilfloser aussieht, als wenn man spürt, wie das eigene Kinn gart.

Das stimmt doch was nicht?

Richtig! Wer aufgepasst hat, der hat nicht nur das * bei Kinn gesehen, sondern den Fehler gleich gefunden. Ob Du Bart hast, oder nicht, der Schinken-Käse Toast wird sich in Schinken und den Rest zerlegen, wenn Du zu schnell bist. Aber von dem 300° heißen Schinken wirst Du nichts mitbekommen und auch andere Substanzen, die siedend heiß die Nahrung verlassen, wenn man hineinbeißt, werden Dir keine Schmerzen bereiten. Das hat nichts mit einem evtl. Blutalkoholgehalt, indianischer Meditationstechniken, oder der Konsumation anderer bewußtseinveränderter Substanzen zu tun, sondern liegt am Bart! Wer sein Kinn mit einem gepflegten Vollbart schmückt, der lacht, wenn ihm der Schinken auf den Bart klatscht. Höchstens die Reinigung nach dem Essen kann ein Thema sein.

Auch wenn Du Schinken-Käse Toast nicht magst, kann eine ordentliche Gesichtsbehaarung Dich vor vielen Gefahren bewahren. Trägst Du also noch keinen Bart, dann lass Dir unbedingt einen wachsen! Bist Du eine Frau und hast keinen Bartwuchs, dann iss einfach keinen Schinken-Käse Toast mehr.

 

Ähnlich bärtige Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.