Vollbart rasieren

Keine Angst! Es handelt sich nicht um den letzten Beitrag in meinem Blog und ich berichte nicht von meiner Rasur und dass ich jetzt unter mein-rasiertes-babyface.de weitermache. Der Vollbart bleibt, wo er ist und damit sind wir auch schon mitten im Thema, denn Bartstyle und Bartwuchs schwingen nur selten im selben Biorythmus durchs Leben. Also wächst der Bart da, wo der gewählte Bartstyle es nicht vorsieht und schon muss man den Vollbart rasieren.

Hightech im Gesicht

Ob das Gerät aus dem Hause Braun, oder Philips stammt ist fast schon nebensächlich. Kauft man einen modernen Rasierer, dann investiert man in ein Stück Technik, in dem Jahrzehnte initensiver Entwicklung stecken. Das Barthaar wird mit Folien und Kämmen in Position gebracht und mit oszillierenden und rotierenden Klingen gekürzt. Dabei fahren die Klingen buchstäblich unter die Haut und kürzen das Haar bis unter Hautniveau. Verständlich, dass man in so ein Gerät investiert, wenn man ein gestörtes Verhältnis zum eigenen Bart hat. Ziel ist eine effiziente, schnelle und gründliche Rasur, die das Gesicht über Stunden glatt wirken lässt. Gut, es gibt für alles einen Fetisch und wahrscheinlich lässt sich so die Latexmaske fast ohne Schmerzen vom Kopf ziehen, was beides nicht im Sinne des Trägers ist. Aber abseits gewisser Neigungen will nicht jeder Mann androgyn wirken. Die Natur hat dafür gesorgt, dass beide Geschlechter auch aus großer Entfernung deutlich erkennbar sind.

Sekundäre Geschlechtsmerkmale

Wer A sagt sollte auch B sagen, zumindest wenn er konsequent ist und wer ein primäres Geschlechtsmerkmal trägt, der sollte auch die sekundären nicht entfernen. Der Bart gehört also zum Mann, wie die Oberweite zur Frau. Ich denke, damit sind wir alle einverstanden und in gewisser Hinsicht kann man von den Frauen und ihrem Umgang mit den weiblichen Attributen (Stichwort: Push-Up) einiges lernen. Also lösen wir und von der Idee die modernste Technik und das Ergebnis erbitterter Forschung für Bartentfernung zu benötigen. Auch diese Elektrizität ist nicht zwingend erforderlich, wenn es um das Vollbart rasierten geht. Stattdessen sollten wir uns unserer Wurzeln besinnen.

Wurzelbart

Die Wurzeln sollte man allerdings nicht zu tief suchen, denn die männliche Bartpflege und das Vollbart rasieren war in den ersten paar hunderttausend Jahren nicht unbedingt unsere Stärke. Erst im Mittelalter begann man, sich mit der Bartfrisur auseinanderzusetzen. Der in grauer Vorzeit modische Naturbart, der kurzerhand alles überwucherte, was ihm im Wege stand und im Zuge dessen Nase, Mund, Ohren und häufig auch Augen unter einem stattlichen Fell begrub, war nicht mehr in. Außerdem sorgte das eingeschränkte Sichtfeld bestimmt für Probleme im Alltag. Stattdessen wurde der Vollbart rasiert, gekürzt und gekämmt und meist hat der lokale Herrscher den Barttrend gesetzt. Die Untertanen haben dann ihre Gesichtsbehaarung der fürstlichen Vorgabe angeglichen.

Vollbart-Demokratie

Die Weisung von oben brauchen wir heute nicht mehr. Auch wenn die Ikonen aus Hollywood durchaus in der Lage sind uns mit ihrer Bartfrisur zu inspirieren, kann man nicht mehr von einer Hierarchie sprechen. Es gehört nicht mehr zum guten Ton beim Vollbart rasieren das Bild des Bundespräsidenten vor Augen zu haben. Auch die Bundeskanzlerin ist dabei kein geeignetes Vorbild. Bleibt man in Hollywood, dann empfehlen sich Herrschaften wie Mel Gibson, oder Jim Carrey, die einen anstrebenswerten Vollbart tragen. Dass der individuelle Look sich nicht mehr zwingend am Staatsoberhaupt orientiert ist sicherlich für amerikanische Barbershops eine große Erleichterung und spart Tonnen von Haarspray.

Den Vollbart rasieren

Wir und unsere Bärte leben also im 21. Jahrhundert. Wir genießen unsere Meinungsfreiheit und die Bärte ihre Bartwuchsfreiheit. Wie lange der Bart getragen wird und wo die Konturen gesetzt werden, steht nicht im Vordergrund.  Jeder trägt seinen eigenen Bart und hat es nicht nötig jemanden zu kopieren. Trotzdem gibt es eine Handvoll Regeln, an die man sich beim Vollbart rasieren halten sollte. Es empfiehlt sich, sich beim Setzen der Konturen am natürlichen Bartwuchs zu orientieren. Ist ausreichend dichter Bart vorhanden, dann ist der Mundwinkel eine gute Orientierung. Die Kontur an der Wange sieht auf Mundhöhe gut aus. Natürlich kann man sie auch tiefer setzen, das bedeutet aber mehr arbeit und man muss häufiger den Vollbart rasieren. Wesentlich höher als auf Höhe der Mundwinkel sollte die Kontur nicht gesetzt werden.

Die Halslinie

Auch wenn der Bart so lange ist, dass man den Hals dahinter nur erahnen kann, darf man die Kontur am Hals nicht verwahrlosen lassen. Es gibt im Alltag immer wieder Situationen in denen man den Kopf hebt und auch in solchen Momenten will man eine gute Figur machen. Also gilt es, die Kontur am Hals sauber zu ziehen. Auch hier ist die exakte Position Geschmackssache. Trägt man den Bart kurz, dann empfiehlt es sich aber, den Hals zu rasieren und den Bart nur am Kinn zu tragen. Die Kontur verläuft dann an der Unterseite des Unterkiefers. Damit es bei den Bewegungen nicht unangenehm ist bleiben 1-2cm vor dem Halsansatz frei. Auch an der Kinnlinie wird entlang der natürlichen Gesichtsform etwas weiter außen, bzw. hinten rasiert.

Jedem sein Vollbart

Mit Ausnahme von Frauen und Kindern hat heute jeder das Privileg, einen Vollbart tragen zu können. Über die Ausprägung, die Form, die Länge und verschiedene andere Parameter des Bartes kann man frei entscheiden. Jeder trägt seinen eigenen Bart und auch wenn man sich jemanden als Vorbild nimmt und einem anderen Vollbart nacheifert, wird man nicht den selben, sondern eine eigene Interpretation davon tragen. Der Bartwuchs ist individuell auch wenn zwei Bärte ähnlich aussehen, hat jeder seine Eigenheiten. Ist das Barthaar glatt, wellt es sich, oder wächst es überhaupt unkontrolliert nach allen Richtungen? Wo wachsen Barthaare? Gibt es Lücken, oder Stellen mit weniger dichtem Bart? Nicht zuletzt ist auch die Farbe und oft auch in relativ jungen Jahren, das weiße Haar im Bart individuell. So wie jeder von uns sein eigenes Gesicht trägt, so sollte auch jeder seinen eigenen Bart tragen.

 

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