Bart selber trimmen

Heute begeben wir uns einmal auf recht dünnes Eis. Aber gemeinsam werden wir das sicher schaffen! Es geht um das regelmäßige Kürzen des Vollbart. Eine Aufgabe, die im besten Fall an einen kompetenten Barber übertragen wird. Während man dann entspannt im Barberchair liegt, kann die Fachkraft zeigen, was er während der dreijährigen Lehrzeit gelernt und danach perfektioniert hat. Kaum richtet er den Stuhl mit einem gekonnten Handgriff wieder auf, erblickt man den perfekt geformten Bart am Spiegelbild. Kurz bevor der Neid aufsteigt, wird einem bewusst, dass man selbst das perfekt getrimmte Prachtstück an Kinn und Wangen trägt und man muss sich zurückhalten, dem Meister nicht unter Tränen um den Hals zu fallen. Stattdessen begnügt man sich mit einem seligen Lächeln und einem angemessenen Trinkgeld als Zeichen aufrichtiger Dankbarkeit. Aber nicht jeder von uns ist mit einem begnadeten Barbier im erweiterten Umfeld gesegnet. Andere verfügen über eine ausgeprägte Do-It-Yourself Mentalität, die zusammen mit der Hands-On-, der Problemlösungs- und der Innovationsmentalität dem eigenen Lebenlauf eine esoterische Dimension verleihen. Warum auch immer man seinen Bart selber trimmen möchte, es ist ein legitimer Wunsch. Also sehen wir uns genau an, was man dabei vermeiden sollte.

Bartbestandteile

So ein Vollbart besteht aus mehreren Komponenten. Eine der wichtigsten betrifft die Konturen. Ein Thema, über das ich stundenlang schreiben könnte und das mitunter auch tue. Neben den Konturen gibt es noch die Komponente der Bartlänge. Die unterscheidet sich in den verschiedenen Regionen. Da gibt es den Moustache an der Oberlippe, die Seiten und schließlich die Länge nach unten. Das Zusammenspiel der vier Komponenten Konturen, Moustache, Seiten und Länge ergeben zusammen das Gesamtkunstwerk Vollbart. An jeder der vier Komponenten kann man mit einem Barttrimmer wunderbare Korrekturen vornehmen. Mit demselben Trimmer kann man aber auch fatale Zerstörung anrichten und ein barttechnisches Ödland generieren, wo dereinst volles gesundes Barthaar spross. Die Handhabung macht also die Optik. Ein falscher Handgriff und schon verschwindet etwas, das noch hätte bleiben sollen. Das zu verhindern, ist das oberste Ziel beim selbst Trimmen.

Selbst ist der Trim

Das Schöne beim Bart trimmen ist es, dass einen Kardinalfehler gibt. Vermeidet man diesen Hauptfehler, dann hat schon fast gewonnen. Das falscheste, das man mit einem Trimmer machen kann, ist das Kürzen des Barthaars mit einem Streich. Es kann ja nicht falsch sein, was jeder Barbier tut! Klar gibt es auch Ausnahmen. Wer die handwerkliche Kunst der Friseure bei Full Metal Jacket schätzt, der hält sich nicht lange mit dem Barttrimmen auf. Eine ganz ähnliche Szene gibt es auch in dem Film Stripes, der unerklärlicherweise in Deutschland unter dem schönen Namen „Ich glaub’ mich knutscht ein Elch“ gezeigt wurde. In dieser Szene sieht man echte Reaktionen auf einen radikalen Kurzhaarschnitt. Die Schauspieler wurden vor der Szene nicht darüber informiert, was passieren würde. Wer also gerne wie der junge John Candy mit einer Handvoll Haare durch die Gegend wandeln und dabei einen leicht depressiven Gesichtsausdruck haben will, der braucht hier nicht weiterzulesen. Einfach Trimmer ansetzen und durchziehen!

Zuerst denken

Wer aber an seinem Bart nicht nur physikalisch hängt, sondern auch Metaebenen in der Beziehung zu ihm hat, der sollte vor dem Einsatz des Trimmers gut nachdenken. Einen Trimmer kann man sich bei Meinedeals bestellen, oder ihn im einschlägigen Fachhandel käuflich erwerben. Hat man das Modell seines Vertrauens in Händen, dann sollte es zuerst aufgeladen werden. Danach kann man den ersten Barttrimmvorgang starten. Dabei muss man den Hauptfehler vermeiden. Das passiert mit einer ganz einfachen Maßnahme. Statt den Trimmer auf die gewünschte, oder eine beliebige kurze Länge einzustellen, wird er möglichst lange gestellt. Dann werden die ersten Barthaarspitzen seitlich gekürzt. Das wird immer wieder mit etwas kürzer eingestelltem Aufsatz wiederholt. Zwischendurch erfolgt immer wieder eine kritische Sichtkontrolle. Passt die Länge, dann stoppt man die Arbeit an dieser Seite umgehend. Wieder ist man kurz davor, einen Fehler zu begehen. Vermeintlich ist der Trimmer jetzt auf der korrekten Länge und man kann ganz einfach die andere Seite trimmen. Falsch!

Fehlervermeidung

Stattdessen stellt man den Trimmeraufsatz wieder auf eine großzügige Länge und arbeitet sich neuerlich bis zur richtigen Länge vor. So vermeidet man große Kanten im Bart und es entsteht eine natürliche glatte Oberfläche mit einem sanften Verlauf. Hat man die Seiten fertiggestellt, hängt das weitere Vorgehen vom eigenen Geschmack ab. Einerseits kann man nach oben, in Richtung Moustache weiterarbeiten. Andererseits steht auch der Bart unter dem Kinn noch an. Entscheidet man sich für den Moustache ich wieder einmal sinnvoll, den Trimmer auf eine große Länge einzustellen. Langsam kürzt man nach und nach den Oberlippenbart ein. Besondere Aufmerksamkeit verdient hier die Unterkante. Hier wird der Aufsatz komplett entfernt und der ungeschützte Trimmer wird sehr vorsichtig entlang der Oberlippe geführt. Überstehende Haare werden eingekürzt, sodass der Mund frei bleibt. Hat man es bis hierhin geschafft, dann kann man sich als Nächstes an den Bart unter dem Kinn wenden.

Bart kürzen

Das Eis wird jetzt so richtig dünn. Eine falsche Bewegung und schon verliert man wertvolle Millimeter, oder sogar Zentimeter. Eine ruhige Hand und ein kühler Kopf sind jetzt absolut wichtig. Was auch immer dafür notwendig ist, muss getan werden. Je nach Länge des Bartes unter dem Kinn arbeitet man jetzt mit der längsten Länge des Aufsatzes, oder ohne Aufsatz und freihändig. Ein guter Barttrimmer wird mit Aufsätzen bis zu einer Haarlänge von 4 Zentimetern ausgeliefert. Entspricht das der gewünschten Bartlänge, ist es gut. Ist man schon über 18 und trägt seinen Bart entsprechend länger, dann muss man freihändig arbeiten. Es empfiehlt sich, für einen ordentlichen Kontrast zu sorgen. Wer einen tiefschwarzen Bart trägt, sollte beim Bart trimmen kein tiefschwarzes Shirt tragen. Mehr, als bisher gilt jetzt, dass weniger mehr ist. Es braucht nicht viel, um die Kontur des Vollbart wieder gepflegt aussehen zu lassen. Also gar nicht erst lange einen Plan für einen geraden waagrechten Schnitt ausarbeiten, sondern mit der Klinge von vorne, oder schräg vorne nach hinten, Richtung Hals ziehen. Dabei sollen möglichst nur überstehende Haare entfernt werden und eine gerade Kante erreicht werden.

Dangerzone

Tatsächlich ist die Kontur des Bartes wichtig, für den Gesamteindruck. Schneidet man sich hier eine ordentliche Ecke, dann hat man einen recht unvorteilhaften Blickfang im Gesicht. In dem Fall ist von Rettungsversuchen unbedingt abzusehen. Wer einen geraden Bart nicht gerade kürzen konnte, wird einen schrägen, oder kantig geschnittenen Bart erst recht nicht retten können. Ich will Dir Deine Fingerfertigkeit auf keinen Fall absprechen. Ich will nur Deinen Bart retten. Also hör auf mich! Hast Du Deinen Bart verschnitten, dann versteck ihn im Rollkragenpullover, oder hinter einem Schal und geh zum Barbier. Mit dem Stichwort „Bartunfall“ wird der Profi Dich sicher zwischendurch drannehmen und die notwendigen Korrekturen vornehmen. Im Normalfall erledigt er das mit wenigen Handbewegungen und Du kannst glücklich Deiner Wege gehen. Damit es aber gar nicht erst so weit kommt, solltest Du meine Ratschläge beherzigen und Deinen Vollbart nur mit der größtmöglichen Sorgfalt trimmen. Prüfe Deinen Trimmer in einem kleinen Pre-Trimm-Check stets zweimal auf die eingestellte Länge und sei immer bei der Sache. So ist sichergestellt, dass es zu keinem allzu großen Bartunfall kommt!

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