Beim Bart immer zur Vollversion greifen

Man hat uns beigebracht, dass Geiz geil ist. Danke! Das macht schon Sinn, wenn man in Entenhausen auf einem Hügel wohnt und Gamaschen und Zylinder trägt. Steht man mitten im Leben, dann kann man durchaus auch mal zum XL-Angebot greifen. Es muss nicht immer die Sparvariante sein. Was bei Auto, Moped und Fernseher ganz selbstverständlich ist, das sollte beim Bart genauso schnell entschieden sein. Vollversion, was sonst?

Keine halben Sachen

Ja natürlich kann man sich mit einem Barttrimmer am Bart schadlos halten, oder mit einem Rasiermesser, oder einem Rasierhobel ein freches Muster in die Bartpracht schnitzen. Jeder Bart ist ein guter Bart und der Bart den Du trägst ist nun man Dein Bart. Aber warum sollte man sich mit einer Version mit reduziertem Leistungsumfang zufrieden geben, wenn man ihn ganz haben kann? Warum sparsam sein, wenn es um den Bartwuchs geht? Ja, die Bartölpreise sind horrend und bei mehr als 500 Euro pro Liter würde man wohl an der Tanke auch überlegen, ob nicht ein, oder zwei Räder weniger aufziehen sollte um Sprit zu sparen. Beim Bartöl gibt es aber einen entscheidenden Unterschied. Der Verbrauch pro 100km Bart, was etwa einem 35cm langen und dichten Bart entspricht, liegt weit unter dem was ein Verbrennungsmotor säuft. Mit 3-5 Tropfen pro Tag kommt man locker durch. Die Preise der Bartpflegeprodukte sollten also kein Argument sein, den Vollbart nicht voll umfänglich zu tragen. Auch beim Barber darf man davon ausgehen, dass es keine großen Unterschiede zwischen dem großen und dem kleinen Bart gibt. Wirtschaftlich gesehen scheint der Vollbart also außer Frage zu stehen.

Einmal Alles bitte

Der Vollbart hat eine la(aaaaaaa)nge Reihe an Vorteilen. Er hält Wärme und Kälte draußen, sieht gut aus, ist weich und riecht, wenn man keine grundlegenden Fehler in Bartpflege und Hygiene begeht, oder seine Nase in Dinge steckt, in die die Nase nun mal nicht gehört, verdammt gut. Ein Vollbart fühlt sich toll an, unterstreicht die Männlichkeit und die autoritäre Wirkung. Bartträger schneiden in Studien, in denen Frauen über die Attraktivität der Männer urteilen, immer besser ab. Im Vollbart wohnen Mikroben, die sich quasi als Vorhut des Immunsystems um Bakterien und andere Schmarotzer kümmern, die sich dem Mund nähern. Der wallende Vollbart filtert Pollen und anderen Dreck, der bei Rasierten ungebremst in die Atemwege einfährt, zuverlässig aus der Umgebungsluft und sorgt für perfekte Atemluft. Warum also nicht zur Vollbart Vollversion greifen?

Up! und Upper!!

Der Bartstyle ist individuell und ich bitte an dieser Stelle eindringlich darum, mich nicht misszuverstehen. Jeder Bart ist ein guter Bart. Worum es mir heute geht ist es zu besprechen, ob nicht ein Upgrade eine gute Option wäre. Fährt man tagtäglich und unglaublich zufrieden, wenn auch etwas beengt im Volkswagen Up! durch die Lande, dann ist das, isoliert betrachtet, natürlich kein Fehler und absolut zulässig. Allerdings fehlt, wenn man sein Leben lang nur die kleinste Version des Volkswagens fährt, ein wichtiger Faktor. Es fehlt schlichtweg an Vergleichsmöglichkeiten. Bleiben wir bei dem Beispiel. Steigt der Kollege aus seinem Up! für ein paar Stunden in den Touareg um, dann kann er sich ein Bild davon machen, was in den Bereichen Bein- und Kopffreiheit, Rundumsicht, Ladevolumen, Laufruhe, Komfort und Leistung möglich wäre, bevor er sich wieder zweimal faltet und hinter das 25cm große Lenkrad klemmt. Beim Bart ist das nicht unbedingt anders.

Try and Error beenden

Am Tag Null an dem das erste Barthaar die jugendliche und pickelübersähte Haut durchbricht (wir wollen dem kleinen Pionier wünschen, dass er nicht direkt auf einen der kleinen geröteten Eiterherde trifft) wird oft eine Entscheidung fürs Leben, oder zumindest für einige Zeit getroffen. Weg damit sagt manch ein Rasierervertreter. Ich aber sage Kontur ziehen und wachsen lassen! Mächte und Bärte haben viele Gemeinsamkeiten. Eine davon ist es, dass sie Kontrolle brauchen. Man sollte den Bart nicht freie Hand geben und das Gesicht zum wahllosen Bewuchs zur Verfügung stellen. Auch wenn man dem Bart auf Augenhöhe begegnen sollte und ihn nicht von oben herab behandeln darf, muss schon am Anfang klargestellt werden, wem das Gesicht gehört. Du musst hier klare Regeln vorgeben und, noch wichtiger, klare Grenzen ziegen. Bart wo er hingehört, Rasur wo der Bart nicht hingehört. Wer sich hier aber entscheidet die Kontur der Wangenlinie eine Handbreit unter den Mund zu setzen, die Oberlippe von oben, oder unten ausrasiert, oder den Bereich unter dem Mund rasiert, der entscheidet etwas, was sich schlecht widerrufen lässt.

Wachsen und Wachsen lassen

Wer eine Jugendsünde im Gesicht trägt und einfach nur aus Gewohnheit die Form des Bartes so nachschneidet, wie er das schon seit Jahren macht, der sollte mal den Up! rechts ranfahren und die Stehleiter aus dem Kofferraum holen, damit er in den SUV klettern kann. Gemeint ist, die Konturen etwas höher an den Wangen und etwas tiefer an der Kinnlinie zu setzen. Der Moustache, die Krönung des Vollbarts, darf ruhig auch mal über die Oberlippe wachsen. Erst eine mächtige Oberlippenbehaarung rundet das imposante Gesamtbild ab und macht aus Bart Vollbart. Die Vollversion hat viele Vorteile gegenüber der reduzierten Version. Will der Bart wachsen, dann tut er das. Eine Rasur kann ihn davon nur wenige Stunden abhalten. Rasiert man die Konturen weit weg von dort, wo der Bart sie sich vorstellen könnte, dann hat man sich eine Lebensaufgabe gestellt. Kommt man der Natur und dem Vollbart entgegen und lässt ihn dort wachsen, wo er dicht gedeiht, dann hat man einerseits weniger Aufwand und andererseits den besseren Bart!

Der Barbier des Vertrauens

Profis sind in allen Lebensbereichen die beste Wahl. Wer also Konturen da setzt, wo sie vielleicht nicht hingehören, der sollte dem Bart ein paar Tage die Zügel in die Hand geben. Einstellen der Rasur und den Nachwuchs nachwachsen lassen. Die Vorlaufzeit zum Termin beim guten Barbier sollte auf jeden Fall reichen um ein paar Millimeter Bart nachwachsen zu lassen. Beim Barber diskutiert man die Position der Konturen dann noch einmal, oder besser diskutiert man sie nicht, sondern lässt sie den Meister einfach setzen. Die unterschiedlichen Längen sollten für einen Barbier auch kein Problem sein. Die Vollversion ist in jedem Fall die bessere Wahl. Beim Vollbart bekommt man die Vollversion sogar zum selben Preis, wie die reduzierte Variante. Warum also nicht ein Upgrade versuchen?

Ähnlich bärtige Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.