Die Bartpflege Bibel Teil 3 – Den Bart glätten

Haare neigen dazu sich zu wellen. Die Ursache dafür ist ihr Querschnitt. Während Asiaten vollständig runde Haare haben, die sehr glatt sind, haben Afrikaner eine ovalen Haarquerschnitt. Je ovaler der Querschnitt, desto stärke Wellen sich die Haare. Was oft als ganz hübsch empfunden wird, ist beim Bart meistens störend. Ein Teil der Haare wellt sich. Also wollen wir heute im Teil 3 der Bartpflege Bibel den Bart glätten.

Wellen und ihre Nachteile

Nach dem ersten und zweiten Teil der Bartpflege Bibel widmen wir uns heute mit sauberem Vollbart und rasierten Konturen dem Bart Glätten. Eigentlich ist es ja toll, wenn man Wellen im Bart hat. Allerdings gibt es auch da und dort ein paar Nachteile. Allen voran sind Barthaare, die sich wellen, kürzer als glatte. Auch kein Problem, wenn sich alle Barthaare gleich wellen, dann passt das, aber das tun sie nicht. Da gibt es eine Fraktion, die brav und gestreckt das tut, was der Bartträger erwartet und ein paar einzelne Strähnen und Bereiche, die Wellen in verschiedener Ausprägung ausbilden. Der Barber zieht das Barthaar lang um es gleich zu schneiden, wellen sich dann einzelne Teile der Vollbart, dann ist Bart glätten notwendig. Andernfalls wird die Form des Vollbarts etwas unscharf.

Hitze macht glatt

Hitze, wie sie vorne aus dem Föhn kommt, oder auf der Oberfläche von Glätteisen erzeugt wird hat zwei Seiten. Einerseits den “Wow das macht glatt!” – Effekt und andererseits den “Riechst Du auch den verbrannten Hund?” – Effekt. Zweiteren gilt es zu vermeiden. Auch wenn der Hund noch nicht in Flammen steht kann die Temperatur, die so ein Föhn erzeugt, oder die ein Glätteisen entwickelt, dem Barthaar nachhaltig schaden. Bei den im Folgenden beschriebenen Methoden um den Vollbart zu glätten gilt also höchste Alarmbereitschaft. Außerdem sollte man unbedingt Zeit mitbringen. Auch wenn mehr Hitze weniger Zeit bedeutet so bedeutet mehr Hitze auch weniger Bart, wenn man es übertreibt. Das Barthaar, genauso wie auch die restliche Behaarung leidet unter der Hitze. Die Haarstruktur wird irreparabel zerstört und auch das beste Bartöl kann die matten porösen Haare nicht mehr vor dem Abbrechen bewahren.

Hitzeschild

Was die NASA stolz als Termal Protection System aufs Spaceshuttle genagelt hat, damit das Teil beim Eintauchen in die Atmosphäre nicht verglüht, das macht auch der Bart seit Jahrmillionen mit männlichen Gesichtern. Hätte Hr. Baumgartner sich mehr als 1 Woche lang einen Bart wachsen lassen, dann hätte er wohl auch ohne Helm aus der Stratosphäre springen können. Was Feuersbrunsten abhält und widrigsten Umweltbedingungen trotzt, das schaut einem lächerlichen Föhn gelassen ins Auge. Hat der Bart an der Außenseite eine Temperatur von 10.000 Kelvin, der Badezimmerspiegel löst sich langsam auf und die Wandfliesen verdampfen, dann merkt das Kinn davon noch nichts. Hält man also den Föhn mit Inbrunst auf höchster Stufe 4 Millimeter vor den Bart, dann spürt man selbst davon wenig. Der Bart aber leidet still.

Bart glätten

Um den Bart zu glätten gibt es grundsätzlich zwei Varianten. Hitze spielt dabei immer eine Rolle. Ich wiederhole sicherheitshalber nochmal das mit der Hitze, falls jemand meinen Artikel nur querliest. So erhöhe ich die Chancen, dass auch diese Leserschaft den Hinweis wahrnimmt. Hitze ist schlecht für den Bart! Aber wenden wir uns jetzt den beiden erwähnten Methoden zu:

Das Glätteisen

Ein Glätteisen ist eine praktische Erfindung. Zwei Keramikplatten werden erhitzt und sind auf einer Art Zange montiert, so dass sie bei geschlossener Zange aufeinandertreffen. Man fasst eine Strähne mit dem Glätteisen und fährt das Haar bis zur Spitze ab. Wie beim Bügeln wird das Barthaar dabei geglättet. Wer so den Bart glätten möchte, der sollte aber bedenken, dass man eine ausreichende Bartlänge dafür braucht. Das Glätteisen ist seitlich schlecht isoliert. Hält man es geschlossen seitlich an die Haut, dann wird das ziemlich heiß. Ist der Bart zu kurz, dann passiert das zwangsläufig. Man kann mit dem Glätteisen nicht bis ganz an den Haaransatz gehen, weil man sonst Gefahr läuft sich Verbrennungen zuzuziehen. Auch der Bart verträgt keine Hitze und das Bart Glätten mit dem Glätteisen ist nichts für Genießer. Rasch ziehen und nicht zu lange an einer Stelle bleiben lautet die Devise!

Da oft das Barthaar direkt unter der Lippe, also vom Mund abwärts einen Hang zum Wellen hat, unterliegt in diesem Bereich Haut und Lippe einem hohen Risiko. Das Glätteisen ist ein wunderbares Werkzeug, macht aber erst ab einer, oder (deutlich) mehr Handbreit Barthaar unter dem Kinn Sinn. Das Bart Glätten kann aber auch schon bei kürzeren Bärten notwendig werden.

Der Föhn

Das Prinzip Hitze wird auch beim Föhn umgesetzt. Heiße Luft, die eigentlich zum Trocknen von Haaren gedacht war, wird schon immer auch zum Stylen verwendet. Dass man mit dem Föhn auch Glätten kann, ist eine Tatsache, die jeder Friseurlehrling früh lernt. Der Trick ist der richtige Einsatz der Bürste. Ich persönlich nehme sehr gerne eine Rundbürste und habe auch schon Barbiere gesehen, die damit gearbeitet haben. Aber auch eine einfach Bürste mit wenigen, weit auseinanderstehenden Borsten ist geeignet. Man fasst den Bart damit von hinten und rollt ihn nach hinten ein. Die Vorderseite der Rundbürste soll sich nach unten, die Rückseite, die zum Körper zeigt, nach oben bewegen, dann drehst Du sie richtig herum. Dabei wird der Vollbart um die Bürste gewickelt und man kann ihn mit leichtem Zug strecken. Jetzt kommt der Föhn zum Einsatz und der langgezogene Bart wird mit dem Föhn erwärmt. Erwärmt! Bloß nicht erhitzt, denn zu große Hitze schadet dem Vollbart. (Viel Spaß beim Querlesen)

Auch ein Einrollen in die andere Richtung und ein Strecken des Vollbarts von außen ist möglich. Man sollte aber zumindest das Ende des Bartes nach hinten rollen um die Barthaare vorn nicht aufstehen zu lassen. Je länger der Bart, desto größer sollte die Rundbürste ausfallen. Sie fest in den Bart zu arbeiten sollte man unbedingt vermeiden, das schmerzt, wenn man sie wieder herausziehen muss.

Richtig Bart glätten

Den Bart zu glätten kann bei längeren Bärten notwendig sein, wenn das Barthaar sich nicht gleichmäßig wellt. Einzelne Bereiche, die eine starke Welle bilden, können das Gesamtbild des Prachtstücks stören. Ein Glätten kann also Teil der täglichen Routine sein. Aber pass auf jeden Fall auf, dass der Bart nicht zu heiß wird! Mehr zum Bart glätten findest Du in meinen Artikeln Bart glätten – So macht man das richtig! und Die Rundbürste – unverzichtbar ab 5 cm.

Ähnlich bärtige Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.