Casino mit Fondue im Bart

Das Internet ist gewaltig und ziemlich beeindruckend. Da sitzt einer wie ich hier am PC und Du da draussen liest, was ich auf meinen Server hochlade. Eine Sache, die noch vor ein paar Jahrzehnten als Wunder eingestuft worden wäre. Die Zeit in der Telegramme und Postkarten geschickt wurden ist vorbei und wir sind mitten im Computerzeitalter angekommen. Das zieht sich durch alle Lebensbereiche! Als braver Internetnutzer surfe ich natürlich auch fast 24 Stunden am Tag und suche mir immer die besten und interessantesten Seiten raus. Auf der Suche nach Inspiration google und bing ich mich durch die digitale Welt. Wie ich von einem Casino zu so einer Inspiration komme, will ich heute einmal an einem Beispiel erläutern.

Die Suche nach Reichtum

Tja, was soll ich bin, wie viele andere, noch immer auf der Suche nach Reichtum. Beim Streben nach Luxus, dem wöchentlichen Besuch beim Barber und den feinsten Essenzen, um den Bart pflegen bin ich über die Website schweizonlinecasino.com gestolpert. Nicht weiter schlimm. Eine Schweizer Casinoseite, die eine Reihe interessanter Angebote auflistet. Casinos, die mit ein paar Hundert Franken Willkommensbonus locken. Während ich also noch überlege, in welchem ich den Grundstein zu meiner finanziellen Unabhängigkeit, meiner ZZR1400 und meinen Lamborghini Gallardo lege und wo ich mir mit ein paar Klicks mein erstes Haus mit geeigneter Garage und einer kerzengeraden Auffahrt, auf der ich die Geschosse auch ausfahren kann, verdiene holt mich die Realität ein. Auch bei 99,4% Auszahlung ist das Casino wahrscheinlich als stabile Einnahmequelle ungeeignet. Also bleibe ich bei meinem Job, spiele zum Spaß online um eine Handvoll Franken und schreibe nebenbei mein Blog. Das wäre auch schon das Stichwort.

Themenfindungsassoziationskettenanstoß

Wie so oft im (zumindets in meinem) Leben starten bei Dingen, wie einem Onlinecasino aus der Schweiz, die mir im Alltag unterkommen sofort interessante Gedankengänge. Im Fall des Schweizer Casinos laufen die Gedanken klar in Richtung Schweiz, wo die zähflüssig blubbernde Wiege des Käsefondue steht. Lange Gabeln mit Brotwürfeln an der Spitze werden genüßlich in den geschmolzenen Käse getunkt und unter langsamen Drehen zum Mund geführt, wo der siedend heiße Käse zischend auf der Zunge seinen Geschmack entfaltet und sich unter ständigem Kauen zu einem köstlichen Brot-Käse-Brei vermengt. Soweit die Theorie, wäre da nicht der Vollbart.

Servietteneinsatz

Auch wenn die Vorteile beim Bart überwiegen, so gibt es eine Situation, wo er teilweise im Weg ist. Es geht um das Essen. Burger, belegte Brötchen, Aufstriche und andere Substanzen, die aus Brotscheiben quellen, wenn man hineinbeißt sind für Bartträger tendenziell eher unangenehm. Manche Lebensmittel nimmt man vorzugsweise alleine zu sich und bei vielen Darreichungsformen empfiehlt sich die einsatzbereite Serviette garnicht erst wegzulegen. Auch nicht schlimm. Dann hängt eben für 4 Millisekunden ein 2 µm großes Stückchen eines appetitlichen Aufstrichs in unseren sonst makellosen Barthaar. Eine dezente, fast zärtlich wirkende Geste mit der Serviette und schon ist das Malheur Geschichte. Der eloquente Bartträger überspielt das Missgeschick mit einer erfrischenden Bemerkung und die Runde wird sich daran nicht stoßen.

überbackener Bart

Es gibt aber eine Substanz, die in vielen Regionen zu den Grundnahrunsmitteln zählt. Manche Bergvölker sind stolz auf die würzigen Geruchs- und Geschmackseskapaden dieser Substanz und auch große Fastfoodketten verbauen sie scheibenweise in ihren Burgern. Käse, ein Produkt, das uns in vielen Aggregatzuständen geschmacklich Freude bereitet. Mal hart, wie der härteste Bergkäse, labberig weich, wie harzer Käse, oder dickflüssig zäh, wie im Käsefondue, begegnet unds der Käse auf den Speisekarten dieser Welt. Kommt man mit den meisten Zuständen ganz gut klar und kann die Überreste gewohnt elegant aus der prächtigen Gesichtsbehaarung entfernen, so ist die flüssige Form gefährlich!

käsiger Feind

Wer die Entstehungsgeschichte eines Käsefondues kennt, oder vielleicht sogar dabei war, der weiß, dass der Käse ursprünglich relativ hart war. Durch gezielte Wärmezufuhr werden die Käsemoleküle aus ihrer festen Struktur gebracht und in einen eher gallertartigen Zustand versetzt. Gelförmig, dickflüssig und zäh ist die gelbe Masse und lässt nicht vermuten, dass dahinter eine deart stabile Masse steckt. Gut, man sitzt also genüsslich, meist mit guten Freunden rund ums Käsefondue und hofft, dass man sein Brot nicht verliert (siehe Asterix bei den Schweizern) und freut sich auf einen würzigen Happen der, wie oben beschrieben, unsere Geschmacksknospen mit herrlichen Aromen verwöhnt. Lecker! Allerdinsg sollte man dabei auf keinen Fall zu hastig sein. Der Käse hat es faustdick hinter den Ohren!

Assimilation ins Käsekollektiv

Gut erzogen, wie der Bartträger natürlich immer ist, wird der Mund nicht weiter geöffnet, als nötig. Der in Käse gehüllte Brotwürfel, der triefend zum Mund geführt wird, ist noch in seinem zähflüssige Zustand und auch wenn man den Brotwürfel dreht und rasch zum Mund führt, entwickelt der Käse eine Eigendynamik. Die Unterseite des Käsebrockens ist ausgewölbt und oft tiefer, als der Brotwürfel auf den ersten Blick vermuten lassen würde. Der Einflug in den Mund kann also von Käseverlusten, die in Tropfen den Brotwürfel Lebewohl sagen, geprägt sein. Passiert so ein Käseabwurf gerade dann, wenn man die Gabel vor den geöffneten Mund hält, dann verhindert der Bart heldenhaft den Sturz des kleinen Käsetropfen, bereut diese Heldentat aber umgehend.

Käseskulptur

Wie ausführlich dargelegt ist die dickflüssige nicht die Lieblingsform des Fonduekäse. Statt also weich und warm vom Bart abzuperlen erinnert sich der kleine Käse an seine aggregierte Vorlieben und entscheidet spontan, dass er bei Zimmertemperatur lieber wieder fest wird. Dumm gelaufen. Wer schnell ist, ist in dem Fall fast noch mehr im Nachteil. Der Käse hat unheimlich überzeugende Kräfte und sofort ist die Serviette auf seiner Seite. Bestenfalls verteilt der treue Helfer den Käse nur gleichmäßig über die Barthaare, wo er erkaltet und steinhart wird. Schlimmer ist es, wenn die bisher brave Serviette sich mit dem Bösewicht auf eine Seite schlägt. In Selbstaufgabe und -auflösung unterstützt die Serviette den Käse in seinem Bestreben den Bart zu versauen und spendet reichlich zusätzliche Substanz. Käse und Serviette bilden eine Einheit und wer das Prinzip Stahlbeton verstanden hat, der könnte an dieser Stelle in Tränen ausbrechen.

Vorbeugen

Schutz vor dem Desaster bietet lediglich eine Bartabdeckung. Hält man auf den letzten Zentimetern die Serviette schützend vor den Bart, kann man im Fall des Tropfenfalls auf jeden Fall völlig sauber bleiben. Zumindest unter dem Mund. Der Moustache bleibt in der Gefahrenzone. Jetzt kann man natürlich einen Handlanger, eine Mitbewohnerin, einen guten Kumpel, Mama, Oma, oder einen beliebigen Fremden ersuchen die Oberlippe ebenfalls mit einer Serviette abzudecken, das schlägt aber ein wenig auf die gute Laune beim Fondueessen. Klar kann man sich mit einem zweiten Bartträger zusammentun und abwechselnd den jeweils anderen Bart schützen, aber so richtig satt wird man dabei nicht. Wer trotz der bekannten Gefahren auf das Käsefondue nicht verzichten möchte, dem wünsche ich an diese Stelle Glück. Am Besten wird der Bart im Vorfeld ordentlich eingefettet. Ordentlich Bartöl. oder ein stabiles Bartwachs machen den Bart schmutzabweisender. Auf jeden Fall sollte man zu einer Stoffserviette greifen. Stoffservietten sind für ihre Loyalität bekannt und es muss schon ein starker Käse sein, der die Stoffserviette zum Überlaufen bewegt. Vielleicht bleibe ich doch besser beim Casino spielen…

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