Die Bartpflege Bibel Teil 2 – Die perfekte Rasur

Ja, es gibt sie, die perfekte Rasur. Barber weltweit erbringen diese wundervolle Dienstleitung für ihre Kunden in Perfektion. Die perfekte Rasur zeichnet sich durch einige Punkte aus. Damit auch Du Alles richtig machst, wenn Du Dich rasierst, gibt es heute den zweiten Teil der Bartpflege Bibel. Das Thema heute: Die perfekte Rasur.

Sauber bleiben

Im ersten Teil der Bartpflege Bibel habe ich ein paar Gedanken zum Waschen Deines Prachtstücks niedergeschrieben. Ich gehe also davon aus, dass der Bart sauber und feucht ist, wenn es an die Rasur geht. Zugegebenermaßen ist es tatsächlich unpraktisch erst nach dem Bartwaschen zur Rasur zu schreiten. Einfacher ist es prinzipiell andersherum, allerdings gibt es auch einen guten Grund die Reihenfolge so beizubehalten. Wie auch immer Du das handhaben möchtest, lies den Beitrag bis zum Ende und entscheide dann, welcher Ablauf Dir am besten gefällt. Beide Reihenfolgen haben ihr Vorteile.

Stil muss sein

Die perfekte Rasur ist die Nassrasur, genauer gesagt ist es die Rasur mit dem Messer. Nichts für Ungeübte und Kinder, in der Hand des Profis aber das ideale Werkzeug. Die Rasur mit dem Messer ist die hohe Schule und eine Kunst, die jeder Mann beherrschen sollte. Ein Rasiermesser ist ein Kunstwerk, das man mit dem Vorsatz, es seinem Sohn zu vererben, anschafft. Ein Messer für die Ewigkeit. Aber zurück zur Reihenfolge.

Waschen, oder Rasieren

Wäscht Du Deinen Bart zuerst, bevor Du mit der Rasur beginnst, dann ist Dein Barthaar durch das Waschen bereits aufgequollen. Das Barthaar ist weicher und lässt sich leichter zähmen, als wenn es trocken wäre. Der klare Nachteil ist, dass Du Dein eben gewaschenes Gesicht wieder einsaust. Die Rasierseife trocknet Haut und Haare aus und sollte nicht im Bart verbleiben. Eine gründliche Entfernung nach der Rasur ist also notwendig. Rasiert man vorher, dann hat man den Vorteil, dass man anschließend den Rasierschaum und abgeschnittene Haare ganz entspannt unter der Dusche wegspült. Das Barthaar ist allerdings härter und widerspenstiger, als wenn es zuerst mit Bartshampoo, oder Bartseife gereinigt wurde.

Vorbereitung

Die Vorbereitung der perfekten Rasur allein ist schon ein tolles Erlebnis. Wer hat, der hat und zwar einen Handtuchwärmer. Wer die  Sparvariante verwendet, der legt das leicht angefeuchtete Handtuch ganz einfach in die Mikrowelle. Achte nur darauf, Dich nicht zu verbrühen. Schnell wird das Handtuch zu heiß und kann im Gesicht sehr unangenehm werden. Aber mal langsam – Was ist ein Rasierhandtuch?

Nicht jeder liest regelmäßig auf mein-vollbart.de und ist dadurch mehr als umfassend über den Bart, die Bartpflege und alles rund um den Vollbart informiert. Ein Rasierhandtuch ist ein relativ kleines rechteckiges Handtuch. Es besteht aus reiner Baumwolle und ist sehr saugfähig. Die Anwendung ist recht einfach. Das Rasierhandtuch wird in Heißes Wasser, so heiß, dass man sich daran nicht mehr verbrühen kann, gelegt und ausgewrungen. Das heiße und feuchte Rasierhandtuch wird dann, von unten beginnend auf das Gesicht gelegt und die Enden werden von der Seite her über den Bart geklappt. Der Bart unter dem Rasierhandtuch kann jetzt quellen, und der heiße Wasserdampf öffnet die Poren. Das Barthaar wird dadurch weicher und lässt sich leichter und sauberer rasieren.

Genug ist genug

Das heiße Rasierhandtuch hat einen simplen Timer eingebaut. Wird es kalt, dann war es lange genug im Gesicht und Du kannst mit dem nächsten Schritt beginnen. Aber auch hier scheiden sich wieder die Geister. Hast Du ein Rasierhandtuch zur Verfügung, dann hast Du die Option, den Bart, oder eigentlich die Regionen die Du rasieren möchtest, einzuseifen. Die Rasierseife unterstützt den Wasserdampf aus dem Rasierhandtuch und trägt auch dazu bei, das das Barthaar ordentlich quillt. Bei der Anwendung des Rasierhandtuchs solltest Du Dich entspannt nach hinten legen. Entweder Du hast einen bequemen Stuhl zur Verfügung, oder Du legst Dich für die paar Minuten hin. Auf jeden Fall kommt das Rasierhandtuch weg, sobald es auskühlt.

Rasierseife

Für die perfekte Rasur benötigt man im Idealfall Rasierseife. Ein weißer Seifenblock, der mit dem feuchten Pinsel in kreisenden Bewegungen aufgeschäumt wird. Der fertige Schaum, der sich im Rasierpinsel sammelt wird an der Rasierschale abgestreift und neuer Schaum aufgenommen. Hat man ausreichend Rasierschaum, dann wird dieser in der Rasierschale nocheinmal aufgeschlagen. Wenn ein fester steifer Schaum entstanden ist kannst Du damit beginnen, die Teile, die Du rasieren möchtest einzucremen.

Hast Du kein Rasierhandtuch, dann lass Dir trotzdem nach dem Einseifen ein paar Minuten Zeit. Trag den warmen Schaum genüsslich auf Dein Gesicht auf und lass ihm die Zeit, die er braucht um das Barthaar aufzuweichen. Bei der Rasur rächt es sich dann, wenn Du Dir zu wenig Zeit gelassen hast.

Alternativen

Statt der Rasierseife kann man auch eine Rasiercreme verwenden. Eine weiche Paste, die in einer Dose verpackt ist und auch mit dem Pinsel aufgetragen wird. Das Aufnehmen mit dem Pinsel ist einfacher, als bei der Seife, wo man zuerst etwas mit dem Pinsel abtragen muss. Es gibt auch Rasiercreme, oder Rasiergel in der Tube. Diese Produkte werden direkt auf das Gesicht aufgetragen und auch dort mit dem Rasierpinsel verteilt und aufgeschäumt. In jedem Fall ist für Rasierseife, Rasiercreme und Rasiergel ein guter Rasierpinsel unerlässlich. Rasierschaum aus der Dose wollen wir an dieser Stelle weitgehend unerwähnt lassen. Angesichts der ausgezeichneten und langjährig erprobten Produkte ist es wohl nicht erforderlich auf eine eine Sprühflasche zurückzugreifen. Eine weitere Alternative zu der man auch keinen Rasierpinsel braucht ist ein Rasieröl. Es kann ausschließlich, aber auch ergänzend zur Rasierseife eingesetzt werden und dient in erster Linie dem Gleiten der Klinge auf der Haut. Man trägt es auf Haut und Bart auf und kann anschließend noch eine Schicht Rasierschaum auftragen. Die ausschließliche Verwendung des Rasieröl hat aber auch einen Vorteil.

die perfekte Rasur

Was bisher unerwähnt blieb, aber als bekannt vorausgesetzt wird, ist die Tatsache, dass die perfekte Rasur nur rund um den Vollbart erfolgt. Die komplette Rasur kann zwar in der Perfektion nahe herankommen, aber die einzige echte und perfekte Rasur kann nur die Rasur der Konturen des Vollbarts sein! Nachdem wir das geklärt haben bekommt das Rasieröl plötzlich einen ganz neuen Sinn. Das durchsichtige Öl ermöglicht es, die Konturen sehr exakt zu rasieren. Während der Rasierschaum alles undurchsichtig bedeckt, kann man durch das Rasieröl den darunterliegenden Bart deutlich sehen. Ein nicht unerheblicher Vorteil, wenn es darum geht eine saubere und symmetrische Kontur nachzuschneiden.

Das Einweichen

Bei der Vorbereitung des Bartes auf die Rasur steht das Aufquellen des Barthaars im Mittelpunkt. Dieser Vorgang braucht seine Zeit und so wie der Bart uns in vielen Situationen Lebensqualität schenkt, so kann er auch während der Vorbereitung der Rasur viel für uns tun. Nimm Dir Zeit für die Rasur und lass das Barthaar in aller Ruhe ordentlich Quellen. Bei Rasieröl brauchst Du ein Rasierhandtuch um den Effekt zu erzielen, beim Rasierschaum selbst kannst Du den Schaum in aller Ruhe einwirken lassen. Vor der Rasur trägst Du noch eine letzte Schicht auf und startest.

Das Rasiermesser

Die perfekte Rasur erfolgt mit dem Rasiermesser. Ja, es gibt auch andere sehr stilvolle und altehrwürdige Methoden, die Messerrasur ist aber die Königin unter den Rasurmethoden und eine Fertigkeit, die jeder Mann beherrschen sollte. Ich habe schon einmal einen Artikel zur Rasur mit dem Messer geschrieben. Das Wichtigste in aller Kürze: Achte darauf, dass die Haut während der Rasur immer gespannt ist. Verwende dazu die zweite Hand. Setz das Messer sehr flach auf die Haut auf und rasiere zuerst nur mit dem Strich. Im zweiten Durchgang kann Du auch quer, oder sogar gegen die Wuchsrichtung rasieren.

Die Nachbehandlung

Kommt es zu kleineren Verletzungen, dann hilft ein Blutstiller. Ein Alaunstift, der rasch eine Blutung stoppen kann. Nach der perfekten Rasur kann man eine kalte Kompresse auflegen um die Poren wieder zu verschließen. Das Rasierhandtuch kommt neuerlich zum Einsatz und wird diesmal mit kaltem Wasser befeuchtet und auf das rasierte Gesicht aufgelegt. Weniger entspannt ist die Anwendung eines Aftershave. Auch hier geht es um das Schließen der Poren, aber auch um eine Desinfektion. Vorsicht ist geboten, wenn man ein Bartöl tragen möchte. Das Aftershave zeichnet normalerweise ein starker Geruch aus. Unter Umständen ist an den Tagen, an denen man sich rasiert ein geruchsneutrales Bartpflegeprodukt die beste Wahl.

 

Lies hier weiter beim Teil 3 der Bartpflege Bibel

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