Vollbart wachsen lassen?

Satzzeichen sind wunderbar! Man kann mit ihnen den Sinn eines Satzes komplett verändern? Mit den Beistrichen stehe ich persönlich, ja, ziemlich, auf, Kriegsfuß und Bildschirme, Tablets und Smartphones der bärtigen Deutschlehrer, die hier mitlesen, sind sicher schon komplett rot bemalt. Sorry dafür 😉 Aber das Satzzeichen im Titel soll uns heute nicht den Tag verderben. Klar ist, dass „Vollbart wachsen lassen“ keine Frage ist, aber trotzdem habe ich mir heute mal ein Fragezeichen erlaubt. Warum? Verdammt, schon wieder Eins!

Vollbart wachsen lassen!

Schon besser! Mit dem Rufzeichen gefällt mir der Satz. Nichtsdestotrotz möchte ich aber das Vorhaben sich einen Vollbart wachsen zu lassen ein wenig in Frage stellen. Ich habe als einen der ersten Beiträge auf mein-vollbart.de einen Beitrag über das Vollbart wachsen lassen geschrieben und auch wenn es hier normalerweise heiter und mit einem Augenzwinkern abgeht, so möchte ich heute mal ein ernstes Thema behandeln. Sich einen Vollbart wachsen lassen sollte man auf keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen!

Entscheidung!

Am Anfang steht immer eine Entscheidung. Ja, ich will einen Vollbart wachsen lassen. Aber ist die Sache gut durchdacht und bist Du Dir der Verantwortung, die Du auf Deine Schultern lädst bewußt? Keine Sorge, ich bin der letzte, der Dir einen Vollbart ausreden möchte, aber es ist mir ein Anliegen, dass Dir klar ist, auf was Du Dich einlässt. Der Vollbart ist ist eine Verpflichtung und Du repräsentierst mit ihm die große Gruppe der bärtigen Männer. Du bist ein Markenbotschafter und erzeugst Eindrücke in Deinem Umfeld.

Klischee

Dem Bart haften eine ganze Reihe von Klischees an. Ungepflegt soll er sein, es ist angeblich heiß unter dem Bart und der klassische Holzfäller trägt genauso wie der durchschnittliche Penner einen wallenden Rauschebart. Der Vollbart sticht und kratzt nicht nur beim Küssen und ist sowieso unhygienisch, wird behauptet. Jedes Klischee hat irgendwo auch einen wahren Kern. Männer mögen Autos und Fußball wäre z.B. ein Klischee und jeder von uns, auch wenn er selbst vielleicht lieber Schlammcatchen mag und aus Überzeugung mit dem Luftkissenfahrzeug unterwegs ist, weil er keine Autos mag, kennt zumindest einen Mann, der sein Auto liebt und kein Fußballmatch im Fernsehen verpasst.

überholte Klischees

Ein Klischee kann nicht wegargumentiert werden. Es hält sich beharrlich und über Jahrhunderte. Die einzige Chance ein Klischee loszuwerden ist es zu einem überholten Klischee zu machen. Es gibt das Klischee dann immer noch, aber es ist nicht mehr cool, es zu erwähnen. So bringt man ein Klischee zum Aussterben. Frau am Herd ist so ein überholtes Klischee. Wer heute einer jungen Dame erklärt, dass alle Mädchen putzen und kochen, der wird rasch merken, dass das nicht ankommt. Das Klischee ist überholt und man erwähnt es lieber nicht mehr. Die übernächste Generation hat es wahrscheinlich vergessen.

Angriffsfläche reduzieren

Willst Du einen Vollbart wachsen lassen, dann solltest Du Dir von Anfang an Gedanken darüber machen, wie Du ihn zu einem wahren Prachtstück machen willst. Bartpflege, klare Konturen und eine ordentlich definierte Form sind die Grundvoraussetzungen dafür, dass ein Vollbart auch geflegt aussieht. Wer morgens nicht einmal die Zeit hat den Bart zu kämmen, oder zu bürsten, der sollte den Vollbart nicht länger als 5 Millimeter werden lassen. Wer kein Geld für Bartöl und Bartshampoo hat, oder wer zu wenig Zeit hat, täglich 10-15 Minuten in die Bartpflege zu investieren, der ist vielleicht nicht der Richtige für einen längeren Vollbart.

Meinung bilden

Als Träger eines Vollbarts repräsentiert man den Bart. Der Mensch ist simpel gestrickt und schon ein ungepflegter Bart reicht aus um bei einigen Mitmenschen eine Assoziation zu erzeugen. Bart = ungepflegt wird da im Stammhirn gespeichert und als Lebenserfahrung eingelagert. Der nächste Bartträger hat dann ein Problem und muss mühsam den Ruf des Vollbarts wieder herstellen. Er muss mit seinem gepflegten Bart den starken Eindruck Schritt für Schritt abbauen und relativieren und schließlich dafür sorgen, dass ein gepflegter Vollbart sich im Hirn der Mitmenschen als normal etabliert.

Trag einen vorbildlichen Bart

Schon ein einziger verwahrloster Vollbart kann also fatale Folgen haben. Den Vollbart wachsen lassen ist zwar im Deutschen korrekt, im Leben sollte man ihn aber nicht einfach wachsen lassen. Das Englische to grow a beard trifft es schon eher. Nix da mit let it grow und passiv warten bis er da ist. Da wird gewachsen und auch im deutschsprachigen Raum entbindet die Sprache nicht von der Pflicht, den Bart aktiv zu wachsen. Dabei ist aber nicht nur die Anwendung von Bartwachs gemeint, sonder all die wunderbaren Bartpflegeprodukte, die Wellnessbehandlungen für die Gesichtsbehaarung und die Auszeit beim Barber des Vertrauens!

Wachs einen Vollbart!

Lass Dich von der deutschen Formulierung also nicht in die Irre leiten. Vollbart wachsen lassen ist eine Aufgabe, die Du nicht elegant an Dein Bärtchen auslagerst, sondern eine Handlung, eine Tätigkeit, der Du aktiv nachgehen musst. Also trag Deinen Bart und trag aktiv etwas zum Wachsen des Vollbarts bei. Tu etwas für die richtige Form und den Zustand der Barthaare. Entscheide Dich für einen Bartstyle und lass den Vollbart nur dort wachsen, wo Du ihn haben willst. Sorg für saubere, glatte und gepflegte Barthaare, sein ein leuchtendes Beispiel für einen gepflegten Bart und mach den Inbegriff des Vollbarts aus Deinem Prachtstück. Du hilfst all den Bartträgern da draußen und trägst dazu bei, dass die überholten Klischees um den Vollbart aussterben!

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