Stern – Bartpflege seit über 100 Jahren

Die unangenehme Seite am Bloggen ist, dass ich abends nach der Arbeit heimkomme, ein wenig Zeit mit Frau und Kindern verbringen und wenn die Kleinen schlafen nochmal zu arbeiten beginne. Recherche, Schreiben und Korrespondenz nimmt nochmal ordentlich Zeit in Anspruch. Aber das Ganze hat auch eine gute Seite und dazu gehört ein kleines unscheinbares Paket von Fa. Stern, das ich letztens geöffnet habe. Was soll ich sagen – Erfahrung kann durch nichts ersetzt werden.

Strahlende Augen

Die Anbahnung von Produkttests läuft immer ungefähr ähnlich ab. Oft werde ich angeschrieben, ob ich nicht mal etwas testen möchte. Hie und da lehne ich das auch ab. Ich teste hier nichts, was ich nicht auch kaufen würde. Einerseits möchte ich mir ungern bedenkliche Inhaltsstoffe in den Bart reiben und andererseits habe ich auch Euch gegenüber eine Verpflichtung. Ich möchte Euch natürlich nur Produkte vorstellen, die ich auch empfehlen kann. Dabei achte ich in erster Linie auf die Inhaltsstoffe. Nicht alles muss Naturkosmetik sein, aber es gibt doch ein paar Substanzen, die in einem Kosmetikprodukt nichts verloren haben. Oft aber trete ich an die Firmen heran. Marken, die mir irgendwo unterkommen, oder über die ich bei der Recherche stolpere sehe ich mir an und versuche dann mein Glück. Meist kommt dann eine Zusage und ein paar Tage später ein Paket. Der Inhalt wird dann ein paar Tage getestet und dann schreibe ich einen Artikel dazu. Bei meinem aktuellen Paket hatte ich fast schon feuchte Augen beim Auspacken.

Moustache, Schnurrbart, Schnauzer, Oberlippenbart

Es ist wohl kein Geheimnis, dass mir die Oberlippe und ihre Behaarung besonders am Herzen liegt. Schon öfter habe ich dazu Beiträge verfasst.  Nachvollziehbar also, dass ein paar Freudentränen sich selbstständig gemacht haben, als ich das kleine Paket von Fa. Stern geöffnet habe und der Inhalt vor mir auf dem Tisch lag. Tägliche Probleme bei der Schnurrbartpflege und ein lockerer Sitz des Moustache gehören seitdem der Vergangenheit an! Aber sehen wir uns die einzelnen Produkte doch im einzelnen an.

eine Bartbinde

Ein Produkt wie aus einer anderen Zeit, das aktuell zum Glück wieder hochaktuell ist. Mit dem Charme eines Sockenhalters macht die Bartbinde auf den ersten Blick einen eher unmännlichen Eindruck. Dabei gibt es kaum ein männlicheres Teil und jeder, der einen Vollbart trägt und etwas auf deinen Moustache hält, sollte so eine Bartbinde daheim haben. Seinen Ursprung hat die Bartbinde im gezwirbelten Moustache. Oft will das Barthaar nicht so, wie sein Träger und die Enden tendieren oft nach unten, statt sich wunschgemäß nach oben zu drehen. Wem der tägliche Kampf mit Schwerkraft und Eigenleben der Barthaare zu viel wird, dem kann eine Bartbinde viel Ärger ersparen. Der Moustache wird abends mit der Bartbinde bedeckt und fixiert. Heftiges Schnarchen, Sabbern und wildes Herumwälzen kann dem, hinter der Bartbinde sicher verstauten Moustache nichts mehr anhaben.

Hannibal ist zurück

Optisch wird man an das Schweigen der Lämmer erinnert, aber das kann man angesichts des Zwecks der Bartbinde, getrost in Kauf nehmen. Idealerweise trägt man die Bartbinde nur daheim im trauten Familienkreis. Hier wird die Bestrebung, den Moustache noch näher an die Perfektion heranzuführen, sicher auf Beifall treffen. Die Bartbinde ist ein Utensil, das fast in Vergessenheit geraten scheint, aber das jeder Bartträger einmal probiert haben sollte. Die Anwendung ist ganz einfach. Bartwichse, dazu später, kommt in den Moustache und der Oberlippenbart wird in die gewünschte Form gebracht. Danach wird die Bartbinde angelegt. Ein sanfter Druck sorgt dafür, dass der Moustache angedrückt wird und das geformte Barthaar sich nicht mehr bewegen kann. Die Bartwichse kann in der gewünschten Position antrocknen.

Tag und Nacht

Auch wenn man die Bartbinde von Fa. Stern nicht unbedingt über Nacht tragen muss kann man damit bereits innerhalb einer viertel, oder halben Stunde den gewünschten Effekt erzielen. Auf dem Etikett, das zusammen mit der Bartbinde in der kleinen Plastiktüte eingelegt wurde liest man von feinster Qualität, eleganter und haltbarer Ausstattung und tadellosem Sitz. Dass diese Attribute sich seit vielen Jahren nicht verändert haben lässt das angedruckte Logo vermuten. Über 75 Jahren ist unter dem Stern-Logo zu lesen. Die Jahreszahl 1906 lässt darauf schließen, dass das Etikett bereits im letzten Jahrtausend gedruckt wurde. Auch das unterstreicht die lange Tradition der Bartbinde. Ein Produkt, das seit Jahrzehnten unverändert dafür sorgt, dass der Schnurrbart der Gentlemen perfekt sitzt.

Bürste und Kamm

Wer, so wie ich, kleine Töchter hat, der kennt auch die kleinen Ponys in pink. Die Tierchen haben recht lange bunte Haare und damit die jungen Damen ihren Spaß mit dem Spielzeug haben, gibt es kleine rosa Bürsten für die Mähne und den Schweif. Diese Bürste wäre eigentlich ganz OK für den Moustache. Damit wir bärtigen Väter aber nicht nachts in Kinderzimmer schleichen müssen um my little Moustache zu kämmen, hat Fa. Stern auch dafür eine Lösung entwickelt und mir zum Test zugeschickt. Das Teil das ich als erster ausgepackt und direkt getestet habe ist ein simpler kleiner Kamm. Klein, aber oho, weil das ist das Handwerktszeug, das bisher gefehlt hat!

Kollateralbürste

Bürstet man mit einer nomalen Bürste den Moustache, oder arbeitet mit einem normalen Kamm, dann lässt es sich nicht vermeiden auch einen Teil vom Rest des Vollbarts zu frisieren. Das Werkzeug ist einfach zu groß. Fa. Stern hat das ganz einfach und pragmatisch gelöst. Unaufgeregt und genial sind ein kleiner Kamm und eine ebenso kleine Bürste.  Der Kamm ist etwa so lang, wie der Mund breit ist und hat einen etwa ebenso langen Griff. Der Winkel in dem der Griff zum Kamm steht ermöglicht es gezielt da zu frisieren, wo man es wollte. Ideal ist ein zu schwaches Wort, wenn man beschreiben will, wie der Stern Bartkamm dazu geeignet ist den Moustache zu kämmen. Dass man bisher ohne diesen Kamm leben und gut aussehen konnte ist plötzlich unvorstellbar. Allerdings gibt es wieder ein altes Problem. Statt zu schreiben muss ich ständig meinen Schnurrbart kämmen. Es ist einfach ein tolles Gefühl!

Ideal²

Nicht nur der Kamm sucht auf dem Gebiet der Moustachepflege seinesgleichen. Auch die Bürste, deren Kopf etwas kürzer ist, als der Kamm, macht mich in meiner Eigenschaft als Moustacheträger ausgesprochen glücklich. Relativ harte Borsten bändigen die Oberlippe und bereiten den Moustache perfekt auf das vor, was alles bisher beschriebene nochmal in den Schatten stellt. Kaum zu glauben, wenn man bereits ein paar Produkte getestet hat, die keine Wünsche offen lassen und überzeugen, dass in dem kleinen Paket noch etwas besseres steckt.

Danke Ungarn!

Ich gebe gerne zu, dass ich etwas skeptisch war. 1906 war das Thema Naturkosmetik eventuell noch ein Randthema. Ich war also auf das Schlimmste gefasst, was mich im Kleingedruckten auf der Verpackung erwartet. Von Formaldehyd bis Motoröl hätte mich kaum etwas verwundert. Allerdings konnte ich auf der Verpackung nichts Kleingedrucktes finden. Auch auf der Tube findet sich kein Hinweis auf die Inhaltsstoffe. Also zurück zur Verpackung – vielleicht habe ich ja etwas übersehen. Und wirklich, da steht Ingredients auf einer der beiden kleinsten Seiten des Kartons. Kleingedruckt ist es allerdings nicht. Nahezu derselbe Schriftgrad wie bei den anderen Texten auf der blauen Verpackung der ungarischen Bartwichse von Stern.

Aller guten Dinge sind Drei

Meine Erwartungen wurden in keiner Weise erfüllt. Das Rezept der ungarischen Bartwichse von Stern ist kurz. Drei Inhaltsstoffe sind angegeben. Als erstes wird Aqua angeführt. Reines Wasser, eine unbedenkliche Zutat. Unter dem lateinischen Aqua steht Cera Alba geschrieben. Bienenwachs – keine Einwände. Der dritte Inhaltsstoff ist Acacia Senegal Gum. Gummi Arabicum, oder pflanzlicher Gummi. Natürlich und unbedenklich. Wahrscheinlich kann man die ungarische Bartwichse sogar bedenkenlos aufessen. Das wäre allerdings wirklich ein Verbrechen, weil das was diese Bartwichse mit dem Moustache zustande bringt, macht sie zu einem ausgerprochen wertvollen Gut.

Woooooow!

Bereits das zweite Rufzeichen in einer heutigen Überschrift lässt vermuten, dass ich tatsächlich ein wenig begeistert bin. In der Tat hat die ungarische Bartwichse von Stern das Potential mein Lieblingsbartpflegeprodukt zu werden! In der kleinen 8ml fassenden Tube befindet sich eine weiche weiße Creme. Leicht zu verarbeiten und ohne Probleme aus der Tube zu drücken. Beim Einarbeiten in den Moustache macht sich die weiche Konsistenz bezahlt. Während das klassisce Bartwachs sehr rasch wieder kalt wird und danach beim Einabeiten am Barthaar zieht, lässt sich die Stern Bartwichse ganz einfach in den Bart cremen wie Hautcreme. Durch die leichte Verarbeitung der ungarischen Bartwichse traut man ihr nicht zu, dass sie für einen ordentlichen Halt sorgen kann. Auf die anfängliche Enttäuschung antwortet die Bartwichse von Stern aber mit harten Fakten.

Hart wie ein Stern

Die Bartwichse von Fa. Stern lebt ein wenig vom understatement. Unscheinbar in der schlichten blauen Pappschachtel wartet sich unaufdringlich auf einen Barttträger. Die kleine weiße Tube enthält keine Werbebotschaft, sondern nur eine Inhaltsangabe. Einmal im Bart angekommen gibt sich die Bartwichse auch nicht sofort als ausgereiftes Spitzenprodukt zu erkennen. Befolgt man aber den zweiten Schritt der vierteiligen Beschreibung der Anwendung, dann lässt man die weiche Creme im Bart kurz antrocknen. Genau in der Trockenphase schlägt die Bartwichse dann zu. Kaum Ausgehärtet wird sie zu einer klebrigen und zähen Masse. Der Bart lässt sich formen und bleibt auch gut in der Form, das Gefühl ist aber eher unangenehm. Wie Sprühkleber fühlt sich die Bartwichse im Moustache an. Allerdings ist das wieder nur ein Tauschungsmanöver.

Stern Bartwichse – keine Einwände

Nach dem kurzen Tarnen und Täuschen und der klebrig zähen Phase sind die Nebenwirkungen auch schon vorbei. Die ungarische Bartwichse tritt in den Hintergrung und klebt, oder riecht nicht. Sie hält und zwar so, dass man seinen Moustache bis zu 7 Beaufort bedenkenlos präsentieren kann.

Die ungarische Bartwichse von Stern ist tatsächlich ein Produkt, das genau das tut, was es soll. Zielstrebig macht sie sich daran, den Moustache in Form zu halten und ist dabei nicht störend. Der Bart wirkt nicht, als wäre es fixiert, oder verklebt. Die Barthaare sind einzeln mit der Bartwichse von Stern umgeben und fühlen sich nicht ungewöhnlich an. Eine gelungene und Jahrzehnte beährte Bartpflege, die man für die Wartung des Moustache unbedingt einsetzen sollte. Zusammen mit Bartkamm und Bürste, sowie der Bartbinde ein Garant für den perfekten Moustache!

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