Schal, Bart, oder Beides – Konfliktstoff

Eines Abends stellt man die Flip-Flops ab, hängt die kurze Hose an den Haken und schläft ein paar wohlverdiente Stunden. Am nächsten Morgen steht man ausgeruht auf, holt sich einen frischen Kaffee und tritt auf den Balkon um die Tasse Kaffee zu genießen. Mit Genießen ist es dann aber vorbei. Die dünne Short und das T-Shirt reichen nicht aus um die deutlich unter 10° davon abzuhalten uns unangenehm nahe zu kommen. An solchen Tagen ist es dann das erste mal Zeit für einen Schal.

Schal, oder nicht

An kalten Tagen empfiehlt es sich, seinen Hals vor den unangenehmen Umwelteinflüssen zu schützen. Als Bartträger hat man einen gewaltigen Vorteil. Die Kälte kann unseren Hals nur sehr schwer erreichen. Zuerst muss sie sich durch eine dichten Schicht aus geschmeidigem Barthaar kämpfen, Bartwachs und Bartöl überwinden und kann uns dann, fast schon auf Körpertempetarur aufgewärmt, wenig anhaben. Der Bart hat nur eine kleine Schwäche. Er befindet sich nämlich nur im Gesicht und nicht am ganzen Körper. Durch die Montage an der unteren Gesichtshälfte kann er sein wunderbares Wirken direkt im Gesicht am besten ausüben. Bei ausreichender Länge ist auch der Hals gut geschützt. Allerdings beschränkt sich der Kälteschutz auch die Körpervorderseite.

Kälte ist überall

Unsere kühlgemäßigte Klimazone ist gar nicht mal so klein. In Deutschland gibt es keine Möglichkeit zu entkommen. Als Österreicher könnte man an die Südgrenze gehen und sich mit dem Rücken nach Italien drehen. Alle anderen haben vorne und hinten dasselbe Klima. Wir fassen also zusammen. Vorne super und warm, dank des Bartes, hinten kalt und unangenehm. Jetzt könnte manch einer auf sein ausgeprägtes Rückenfell verweisen, oder darauf, dass sein Haupthaar mit stattlicher Länge auch den Nacken locker bedeckt, der Durchschnittsbartträger wird im Nacken aber kurz und das Rückenfell im T-Shirt tragen. Die Problemzone Nacken bleibt also in der kalten Jahreszeit auch bei Dir bestehen. Dank fleissiger Omis, oder gut sortierte Bekleidungsläden hat der eine, oder andere von Euch sicher einen Schal zu Hause. Eine schlaue Erfindung, allerdings im Bezug auf den Bart nicht zu Ende gedacht.

Hinten hui!

Der Einsatz eines Schals, bei frostigen Temperaturen, ist in jedem Fall zu empfehlen. Nasskalt-herbstliche Luft ist unserem Allgemeinbefinden nicht zuträglich. Die Kontaktaufnahme solcher Luft mit der Haut sollte möglichst verhindert werden. Als Bartträger ist man für diese Jahreszeit genausogut vorbereitet wie für jede andere. Im Herbst stellt der Bart vollautomatisch von Klimaanlage auf Heizung um und sorgt weiterhin für ein gesundes und angenehmes Mikroklima im Gesicht. Allerdings hat davon der Nacken wenig. Also greift auch der bärtige Gentleman gern zum Schal. Wie Mama es uns beigebracht wird, oder wie wir es im Fernsehen gesehen haben, wird wahlweise ein feiner Knoten unter dem Kinn gemacht, oder der Schal zu einer Schlaufe zusammengelegt und dann der Nippel durch die Lasche gezogen. Auf jeden Fall wird das gute Stück ordentlich am Hals fixiert und soll rundherum wärmen. Was hinten, am Nacken, hervorragend und gut ist, das führt vorn zu einem Konflikt. Ganz ähnlich wie der Schal ist hier ja schon der Bart bei der Arbeit und soll uns warm halten. Kommt dann auch noch der Schal ins Spiel, dann ist das Problem vorprogrammiert.

zu viele Köche verderben den Hals

Schön beim Anlegen des Schals wird man es merken. Da vorn ist kein Platz für einen Knoten, oder einen Schal. Trotzdem hebt man das Prachtstück hoch und legt einen dicken Knoten vor dem Kehlkopf an, bevor man das Bärtchen wieder sanft vor den Schal fallen lässt. Der sieht seinen angestammten Platz besetzt und reagiert trotzig. Statt sanft über den Knoten zu fallen und die Unterstützung des Schals anzunehmen, lässt er uns ganz deutlich spüren, dass er sich nicht wohlfühlt. Bei jeder Kopfbewegung zeigt er uns deutlich, dass ihm Bewegungsspielraum fehlt. Dank Einsatz hochwertiger Bartpflegeprodukte lässt sich das zwar verschmerzen, weil der Bart ohne viel Widerstand zu leisten, dem Hindernis glänzend und geschmeidig wie ein Panther ausweicht, aber man spürt es doch. Unangenehmer ist der Nebeneffekt, dass der Bartstyle durch die ständige Berührung und das Unvermögen so zu fallen, wie die Physik und unser Styling es geplant hatten, leidet. Statt senkrecht nach unten kann das Prachtstück nur im 30°-Winkeln nach vorne abstehen. Es gilt also hier auch beim Einsatz eines Schals für freien Fall zu sorgen.

Auf die Technik kommt es an

Der Schal hat also am Nacken einen Berechtigung, nicht aber unter dem Kinn. Eine naheliegende Lösung wäre also, dan Schal gar nicht zu schließen, sondern nur über den Hals zu hängen und vorn die beiden losen Enden baumeln zu lassen. Jopi Heesters hat uns das mit Frack, Zylinder und weißem Schal vorgemacht. Gut, aber an sehr kalten Tagen auch nicht ausreichend, weil so auch die Seiten des Hals nicht ausreichend geschützt sind. Den Bart dorthin zu kämmen wäre möglich, würde aber wieder vorne eine Lücke reißen. Eine zweite Variante wäre es, einfach ein Ende des Schals über die Schulter zu werfen. Eines hängt also nach unten, das zweite über die Schulter. Durch den Wegfall des Knotens ein Platzgewinn für den Bart, bei gleichzeitigem Wärmeeffekt für den Hals, da wo der Bart nicht hinkommt. Auch ein lockerer Knoten, der unter dem Bart hängt wäre zu überlegen. Die beste Variante ist es aber der elegante Wurf über die Schulter.

Zufrieden sein

Auch wenn die Kälte und die Notwendigkeit einen Schal zu tragen uns deutlich vor Augen führt, dass der Bart uns nicht in allen Bereichen helfen kann, so ist das kein Grund zu verzweifeln. Der optische Gewinn, den wir dank des Bartes erfahren, ist Grund genug. Dass der Bart nebenbei auch noch allerhand andere wunderbare Dinge für uns tut ist ein tolles Extra, auf das man den Bart aber nicht reduzieren sollte. Accessoires, wie ein Schal, lassen sich gut und einfach mit dem Bart kombinieren und haben natürlich ihre Berechtigung. Den Kälteschutz im Gesicht übernimmt das Barthaar zuverlässlich. Für den Nacken und die Seiten am Hals muss man zu Hilfsmitteln greifen. Zur Wahl des richtigen Schal habe ich noch einen Tipp für Euch. Verzichtet auf grobe Strickware. Die Haarspitzen verfangen sich darin und ein solcher Schal ist mit Bart recht unangenehm zu tragen. Ideals sind Tücher, oder Schals auf dichtem Gewebe, in die die Barthaare nicht eindringen können.

 

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