Der Vollbart in der Videokonferenz

Schade, aber 2020 war kein gutes Jahr. Ist man tendenziell eher ein Optimist, dann lässt sich dem Pandemiejahr maximal abgewinnen, dass wir jetzt alle so Dinge, wie Homeschooling und Homeoffice beherrschen. Daheim sein ist ohnehin völlig normal geworden. Es gibt Menschen, die das ganz toll finden, aber die wenigsten von uns leiden an einer ausgeprägten Sozialphobie. Auch wohnt nicht jeder von uns im Penthouse und hat die Möglichkeit seinen Schrittzähler daheim auf Touren zu bringen. Dazu kommt, aus Sicht des Bartträgers noch ein dramatisches Problem. Der Besuch beim Barbier ist nicht möglich. Die immer freundlichen Dienstleister, die sich normalerweise so rührend um unsere Bärte kümmern sitzen daheim und fürchten um ihre Existenz. Die Folge ist ein Look, der nicht dem entspricht, was ein stolzer Bartträger von sich selbst erwartet. Überlänge und Breite sind nur ein Teil des Problems. Von einer Kontur kann man nach ein paar Wochen nicht mehr sprechen und ungeübte Versuche, den Bart selbst im Zaum zu halten führen einerseits zu viel Respekt für das Können des Barbiers und andererseits zu dem einen, oder anderen Bartunfall. Wie man den Vollbart auch in Zeiten der Barbierabstinenz und in der Videokonferenz zur Geltung bringt, sehen wir uns heute mal an.

Blogflaute

Eingangs muss ich erst einmal entschuldigen. Meine übliche Frequenz konnte ich in den letzten Monat nicht halten und neue Beiträge blieben weitgehend aus. Das hat einen einfachen Grund. Ein Blog, so wie dieses, lebt von dem was man erlebt. Man bewegt sich durch das Leben und da und dort passiert etwas, das zum Nachdenken anregt. Man nennt es auch Inspiration. Nun verbringe ich den ganzen Tag im Homeoffice und ein paar kleine Kinder beglücken mich mit ihrer Anwesenheit. Einerseits ist das Thema Kindererziehung wahrscheinlich nur für einen Teil von Euch interessant, andererseits ist das Spektrum dessen, was Tag für Tag im Homeoffice passiert eher überschaubar. Ich könnte da und dort ein paar Interna ausplaudern, aber für unterhaltsame Episoden reicht es momentan leider nicht. Außerdem sitze ich momentan den ganzen Tag an dem PC, an dem sonst die Blogbeiträge entstehen und vergeude meine Stunden mit Arbeit. Das macht es schwerer sich Abends nochmal zu setzen und mein kleines Blog zu pflegen.

Schluss mit Sendepause

Aber so kann es ja auch nicht weitergehen. Schließlich bin ich nicht der einzige, dem es so geht und andererseits sieht es auch ein wenig so aus, als ob sich die Situation auf absehbare Zeit nicht ändern wird. Also muss ich mir einen Weg überlegen, aus der Schaffenskrise zu kommen, mich aufraffen und doch auch noch Abends mal in die Tasten zu greifen. Dazu habe ich mir erst mal ein empfehlenswertes Buch über den inneren Schweinehund zugelegt und gelesen und schon trägt es Früchte. Ich sitze also hier und schreibe zu einem Thema, das uns alle mehr oder weniger beschäftigt. Was muss man beachten, wenn man mit dem Bart vor der Kamera sitzt und an einer Videokonferenz teilnimmt. Zoom, Skype, Teams, Slack, Hangouts, Webex und viele andere Systeme begleiten viele von uns momentan durch den Arbeitsalltag. Wir senden unser Antlitz hinaus in die Arbeitswelt und erhaschen auch den einen, oder anderen Blick auf die kollegialen Gesichter. Menschen, die man früher Tag für Tag gesehen hat, kennt man jetzt nur noch dank des digitalen Abbilds am Bildschirm.

Vollbart im Business

Dabei gibt es neben den Worten, die man spricht noch ein paar andere Ebenen der Kommunikation. Neben der reinen Inhaltsebene schwingen auch ein paar emotionale Ebenen mit. Unsere Mimik und unsere Körpersprache können sehr viel verraten. Wer sich mit dem Thema auseinandersetzt muss kein CIA Agent sein, um zu erkennen, dass etwas nicht stimmt. All das, was unsere Kommunikation ausmacht, wird auf ein Minimum reduziert. Leere Floskeln und starre Gesichter lassen nicht zu, die Reaktionen zu erkennen, die das soeben gesagte in den Menschen auslöst. Dazu kommt, dass der Vollbart eine wichtige Rolle beim Auftreten spielt. Subtil unterstreicht er unsere Autorität und sorgt für Respekt. Ist man in der Mitarbeiterführung tätig, dann kann das eigene Auftreten sehr wichtig sein. Videokonferenzen ermöglichen das auch in Zeiten von Homeoffice.

Vollbärte Fotografieren

Um zu wissen, wie das eigene beste Stück am besten ins rechte Licht gerückt wird, kann man sich Fotos von Bartträgern ansehen. Eine kurze Googlesuche und schon bekommt ein paarhundert Bildschirme voller Bilder, durch die man sich gemütlich klicken kann. Dabei konzentriert man sich am besten auf die professionellen Bilder und lässt die Schnappschüsse außen vor. Die Studioaufnahmen sind es, die uns interessieren. Dabei fallen zwei Dinge auf. Einerseits werden diese Bilder von der Seite ausgeleuchtet. Entweder leicht von hinten, oder direkt von der Seite. Andererseits sind die Bilder mindestens auf Augenhöhe gemacht. Meist sind sie von etwas weiter oben gemacht. Gut, es gibt auch einige epische Bilder, die leicht von unten aufgenommen sind und bei denen der Schatten des Bartes eine zentrale Rolle spielt, aber die klassische Studioaufnahme zeigt in einer Gesichtshälfte einen deutlichen Schatten. Das Model blickt geradeaus in die Kamera, oder neigt den Kopf ein wenig, so dass der fotogene Bartträger leicht nach oben schaut.

Bartfotografien

Das Licht von der Seite lässt die Struktur des Bartes deutlich erscheinen. Bei einigen sehr guten Bildern wird mit zwei Lichtquellen, oder zumindest einem Reflektor gearbeitet und der Kopf von beiden Seiten beleuchtet. Bilder, die von vorne beleuchtet werden, wirken blass und flach. Der fehlende Schatten lässt das Barthaar viel platter wirken. Der Aufnahmewinlel von unten verkürzt den Bart optisch und lässt ihn viel weniger beeindruckend wirken. Am besten Du machst ein paar Probeaufnahmen aus verschiedenen Winkeln und mit unterschiedlichen Lichtverhältnissen. Wenn Du Dich aber an diese Empfehlungen hältst solltest Du gleich ein Kundenkonto bei Fotoalben-Discount eröffnen und am besten gleich ein paar Fotoalben bestellen. Die Fotos sind sicherlich zu schade, um sie auf Deinem Smartphone, oder der Festplatte zu verstecken. Hast Du einmal den richtigen Winkel gefunden und weißt, wie Du Dein Bärtchen richtig in Szene setzt, dann geht es daran, das Gelernte in die Tat umzusetzen.

Videokonferenz

Jeder kennt sie und nicht alle lieben sie. Blasse, platt ausgeleuchtete Menschen, die leicht verpixelt aussehen und hin und wieder an Max Headroom erinnern, wenn sie kurz einfrieren. Abgesehen vom Thema fehlt einem solchen Meeting oft der Anreiz. Auch wenn man sich vorstellt, was die Kolleginnen und Kollegen unter dem Tisch, außerhalb der Kamera tragen, hilft das nur in seltenen Fällen. Die Kollegen sind es gewöhnt, dass man als Bartträger durch das eigene Aussehen positiv auffällt. Mit ein wenig Planung lässt sich dieser Erwartungshaltung auch beim Onlinemeeting gerecht werden. Im Grunde sind es drei Dinge, die man beachten muss.

Das richtige Aussehen

Mal ehrlich, das ist doch sicherlich kein Problem. Mit Vollbart sieht man auf jeden Fall ausgesprochen gut aus. Allerdings ist die Pandemie nicht unbedingt ideal für den Vollbart. Abgesehen von der fehlenden Arbeit der Barbiere kann es auch mal vorkommen, dass man sich ein wenig gehen lässt. Hinsichtlich der Körperpflege sei das verziehen. Liegt man üblicherweise bei 1 OLF und entspricht damit, hinsichtlich der Geruchsbelästigung im Normalbereich, kann sich das nach ein paar Tagen ohne Kontakt zu anderen Menschen auf zweistellige Werte erhöhen, wenn man auf grundlegende Hygiene verzichtet. Das ist völlig in Ordnung und solange der Kanarienvogel sich auf der Stange hält, ist es nebensächlich, ob dabei seine Augen tränen. Anders sieht das beim Bart aus. Der Vollbart kennt keine Pandemie und die Bartpflege hat unverändert Saison. Überlänge wird mit Beardbalm gebändigt und die Pflege der Konturen muss unvermindert stattfinden. Damit wäre der erste Punkt auch schon abgehakt.

Die Lichtquelle

Wer daheim vor dem Bildschirm sitzt, der wird durch diesen frontal ausgeleuchtet. Ein Umstand, der sich kaum vermeiden lässt. Damit der Vollbart aber so richtig zur Geltung kommt, sollte man für eine Beleuchtung von schräg hinten sorgen. Nicht zu weit hinten, sondern nur eine Handbreit hinter dem Gesicht. Damit erzielt man wunderbare Schatten und lässt den Bart auf beiden Seiten gut wirken. Ist der Bildschirm zu hell, kann man entweder versuchen ein dunkleres Farbschema auszuwählen, oder den Bildschirm selbst dunkler zu stellen. Damit wirkt die seitliche Beleuchtung stärker. Man muss nicht unbedingt eine Studioleuchte anschaffen. Ein Fenster, oder eine einfache Stehlampe reichen aus, um ausreichend Licht auf den Bart zu werfen.

Der Kamerawinkel

Die klassische Kamera ist direkt im Bildschirm des Notebooks eingebaut. Damit ergibt sich, wenn man mit dem Notebook arbeitet, zwangsläufig ein sehr ungünstiger Winkel. Der Bart wird von schräg unten aufgenommen, wirkt breiter und kürzer und verliert dadurch viel seines Potentials. Die Kamera muss also angehoben werden. Auch die Modelle, die man auf den Bildschirm klemmt sind nicht ganz ideal. Macht man alles richtig, dann liegt die oberste Zeile des Bildschirms etwa auf Augenhöhe. Damit befindet sich die Kamera etwa auf Stirnhöhe. Zu niedrig für die optimale Wirkung. Mit wenigen Handgriffen und handwerklichem Geschick kann man das Problem lösen. Der Bildschirm, oder das ganze Notebook wird kurzerhand angehoben. Dazu können Bücher, CD-Hüllen, oder leere Pizzakartons herangezogen werden. Volle Pizzakartons haben sich nicht bewährt. Hat man eine Kamera, die sich bewegen lässt, dann ist eine seitliche Position ebenfalls besser, als die Frontale.

Hobby gut aussehen

So kann man auch die langweiligste Videokonferenz zu einem spannenden Event machen. Statt sich gelangweilt einzuwählen bringt man Bart, Lichtquelle und Kamera in die richtige Position und überrascht die anderen Teilnehmer mit einem ganz untypischen Aussehen. Während die anderen unter ihren Headsets mit großen Augen aus blassen Gesichtern ungläubig staunen, kann man als richtig in Szene gesetzter Bartträger der Star jedes Meetings werden. Nach Monaten daheim kann man damit den Alltag ein wenig aufpeppen und aus langweiliger Arbeit wieder eine spannende Aufgabe machen. Das tut dem Bart und dem Bartträger gleichermaßen gut und steuert den unangenehmen Folgen der Isolation effizient entgegen!

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